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Distributed Queue Dual Bus
(DQDB) Eine deterministische Netztopologie für MAN, genormt in IEEE 802.6. Das Konzept besteht aus zwei gegenläufigen Hochgeschwindigkeitsbusstrukturen, die jeweils eine zentrale Kopf- und Endestation haben. Der Bus kann mehrere 100 km lang sein. Kopf- und Endestation können an einem Ort sein (Looped Dual Bus), es entsteht hierdurch aber keine Ringstruktur. Jede Station ist an Bus A und Bus B angeschlossen. Der D. verwendet ein paketorientiertes Protokoll. Die Pakete sind ATM-kompatibel. Eine sendewillige Station meldet einen Sendewunsch für Bus A bei einem gerade auf Bus B downstream passierenden Paket an. Die Up-stream-Teilnehmer von Bus A registrieren somit den Sendewunsch und verwalten die so entstehende dezentrale Warteschlange selber, indem sie beobachten, welche Sendewünsche nacheinander erfüllt werden. Jede Station zählt also mit und »weiß«, wann es keine Sendewünsche mit höherer Priorität mehr gibt. Dann darf sie selber senden. Die Übertragungsrate beträgt 24,578, 32,768 oder 110,592 MBit/s. Das System ist deterministisch und arbeitet auch bei hoher Last sehr effizient. Es funk-tioniert aber nicht fair, denn je weiter eine Station von der Kopfstation entfernt ist, um so später kommt sie an die Reihe. Dieser Nachteil wirkt sich aber nur bei hoher Netzlast (etwa ab 90 Prozent) aus. D. wurde Anfang der 80er Jahre von der australischen Telecom und der University of Western Australia in Perth als MAN-Konzept entwickelt. Die Arbeitsgruppe IEEE 802.6 führte es zum stabilen Standard, der 1990 verabschiedet wurde. In Deutschland dient es seit 1993 als Plattform für Switched Multibit Data Service (SMDS), einen verbindungslosen, nutzertransparenten Dienst. SMDS wurde von ETSI in den Standards 300 211 ff genormt. In Europa wird meist mit 34 MBit/s (entsprechend SDH-Stufe E3) übertragen.
