Für Versuchsaufbauten und Experimente ist ein entsprechendes Laborstromversorgungsgerät notwendig. Da ist zunächst die Heizspannung. Bei den sehr verbreiteten Röhren der E-Serie beträgt sie 6,3V, andere Röhren benötigen zum Beispiel 1,4 V, 4,0 V oder 12,6 V.
Die meisten Röhren sind für Wechselstromheizung vorgesehen (Ausnahme z. B. Batterieröhren), funktionieren aber auch mit Gleichspannung. Deshalb kann hierfür durchaus ein „normales" Labornetzgerät, dass eine stabilisierte Gleichspannung von 0...24V liefert, als Heizspannungsquelle dienen.
Anders sieht es bei der Anodenspannung aus, die meist bei 200...300 V liegt.
Da beginnt die Schwierigkeit schon bei der Beschaffung eines geeigneten Netztransformators.
Solche Transformatoren werden im Handel nicht angeboten, und Sonderanfertigung ist extrem teuer.
Für den Hobbyelektroniker gibt es deshalb eine andere Lösung: Die Erzeugung der Anodenspannung aus einer niedrigen Trafospannung mittels Spannungsvervielfachung. Mein Ziel war, ein kostengünstiges Stromversorgungsgerät für einfache Experimente mit Elektronenröhren zu bauen, wobei möglichst viel vorhandenes Material aus der „Bastelkiste" verwendet werden sollte. Die nachfolgenden Ausführungen sind daher weniger als Bauanleitung, sondern als Anregung für eigene Entwicklungen zu betrachten.
Ausgangspunkt war ein vorhandener Netztransformator mit folgenden Daten:
- Primärspannung: 230 V
- Sekundärspannung: 2 x 8 V / 500 mA
- 2 x 15 V / 100 mA
Dieser kann für den Nachbau durch zwei separate Transformatoren mit entsprechenden Ausgangsdaten ersetzt werden (z. B. Reichelt Best.-Nr. EI 48/16,8 209 für 2x9V/555mA und Best.-Nr. EI 38/13,5 215 für 2x15V/107mA). Die Sekundärspannung 2 x 8 V ist für die Heizung geeignet, während aus den 2 x 15 V die Anodenspannung erzeugt wird.
Im oberen Teil des Stromlaufplanes ist die Erzeugung der Heizspannung dargestellt.
Da im Interesse einer langen Lebensdauer der Röhre die Heizspannung möglichst genau eingehalten werden soll, ist ein Spannungsregler unerlässlich.
Auf Grund des höheren Wirkungsgrades gegenüber dem Linearregler (insbesondere bei niedrigen Ausgangsspannungen) wurde ein Schaltregler (Typ LM2575T-ADJ) eingesetzt.
Die Ausgangsspannung kann mit dem Potentiometer R101 im Bereich von ca. 1,2...7,0 V eingestellt werden.
Mit S103 wird auf die Festspannung 6,3 V umgeschaltet. Der genaue Abgleich dieser Spannung erfolgt mit R4. Die Heizspannung ist mit max. 1 A belastbar.
Die Erzeugung der Anodenspannung erfolgt durch Spannungsvervierfachung aus 15 bzw. 30 V Wechselspannung (umschaltbar mit S102). Hierfür sind C3, 4, 5 und 7 sowie VD4 bis 7 zuständig. R5 und C6 bilden ein Siebglied zur Verringerung der überlagerten Brummspannung. Eine Stabilisierung ist für Röhrenschaltungen im allgemeinen nicht erforderlich. Die Spannung am Ausgang ist stark von der Stärke des entnommenen Stromes abhängig. Folgende Werte wurden am Mustergerät gemessen:

Mit den angegebenen Werten ist das Netzgerät für die Speisung von bis zu 3 Röhren aus der E-Serie gut geeignet (die Einschränkung besteht auf Grund der bereitgestellten Heizleistung). Bei Batterieröhren, die auf Grund der direkten Heizung eine geringere Leistung erfordern, kann eine größere Anzahl versorgt werden.
Die Anodenspannung von ca. 160...180 V ist für die meisten Hobby-Anwendungen ausreichend, auch wenn in den Datenblättern der Röhren meist größere Spannungen (> 200 V) angegeben sind. Für Experimente mit Batterieröhren ist der Spannungsbereich 80...90 V vorgesehen.
Die beiden Schaltungsteile finden beim Mustergerät auf einer Leiterplatte Platz. Die Trennung in zwei separate Baugruppen ist aber auch möglich.
Leiterplatte, Transformator und Bedienelemente sind in einem kleinen Blechgehäuse untergebracht.

Für den Entwurf der Frontplatte wird ein geeignetes PC-Programm, z. B. der „Frontplatten-Designer", verwendet.
Gedruckt wird mit dem Laserdrucker auf normales weißes Papier.
Die bedruckte Seite wird mit einer transparenten Laminatfolie beklebt, während die Rückseite mit einer dünnen zweiseitigen Klebefolie versehen wird (beides ist bei Conrad-Elektronik erhältlich).
Das so entstandene Laminat wird dann auf die eigentliche Frontplatte, die je nach verwendeten Gehäuse aus Aluminium oder Kunststoff bestehen kann, aufgeklebt.
Die Frontplatte soll sämtliche Durchbrüche bereits vor dem Aufkleben der Folie erhalten. Ebenso muss die Frontfolie etwas größer zugeschnitten werden, so dass sie nach dem Aufkleben auf die Frontplatte umlaufend etwas übersteht (2...3 mm genügen). Mit einem scharfen Messer wird schließlich der überstehende Folienrand entfernt und die Durchbrüche ausgeschnitten.
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