Die Schaltung wurde auf einem Steckboard aufgebaut und getestet. Bei Betrieb mit einem Netzteil hat es sich gezeigt, dass die Versorgungsspannung sehr gut gesiebt und einigermaßen stabil sein sollte. Ich habe einen Akku verwendet. Die Schwingkreiswerte auf dem Board weichen ein wenig von den errechneten ab. Sicherlich haben hier Leitungs- und Board-Kapazitäten einen größeren Einfluss. Die Angaben zu den Bauteilen sollten eh nicht als Dogma aufgefasst werden. Hier besteht wirklich viel Spielraum zum Experimentieren ( Anoden- und Schirmgitterwiderstand, sowie Gitterdrossel ).

Auf den Fotos ist zu erkennen: Auf dem linken unteren Teil des Boards das Filter (bei einer Langdrahtant. unentbehrlich), den Gitterkondensator und die Gitterdrossel. Links oben den Einstellregler für den Arbeitspunkt ( könnte auch ein Poti sein ). Oberhalb der Röhre der Kondensator zwischen Schirm- und Bremsgitter. Rechts daneben den Anodenwiderstand und Kondensator. Über dem Drehko die Schwingkreisdrosseln. Ganz rechts ein LM386, um das NF-Signal kopfhörertauglich zu machen.
Hinweis von Burkhard Kainka: Der DRM-Empfang ist vermutlich dann möglich, wenn der Oszillator auf dem Träger eines benachbarten AM-Senders einrastet. Zum bessern Verständnis der Schaltung hier das angegebene Kapitel aus dem Röhrenbuch:
12.5 Ein Synchrondetektor
Ein Detektor dient in der Messtechnik dazu, Wechselspannungssignale zu messen. Eine einfache Diode arbeitet unselektiv, d.h. alle anliegenden Frequenzen werden in ein Gleichspannungssignal umgewandelt. Setzt man einen Schwingkreis davor, lassen sich bestimmte Frequenzen gezielt herausfiltern. Noch selektiver arbeitet ein Synchrondetektor, also ein gesteuerter Detektor, der mit des Sollfrequenz arbeitet. Die Funktion lässt sich mit einer Mischstufe vergleichen, deren Oszillatorsignal exakt auf der Eingangsfrequenz liegt.
Bei Versuchen mit dem Transitron aus dem letzten Abschnitt kam die Idee auf, die Schaltung mit einem Schwingkreis im HF-Bereich arbeiten zu lassen. Die Funktion entspricht dann weitgehend einer selbstschwingenden Mischstufe, wobei eine Röhre zugleich als Oszillator und als Mischer arbeitet.
Interessant ist, dass der Oszillator weder eine Koppelspule noch eine Anzapfung der Schwingkreisspule benötigt. Die Röhre arbeitet hier als nichtinvertierender Spannungsverstärker, was keine bekannte Entsprechung in der Halbleitertechnik hat. Man kann sich das Bremsgitter wie ein Steuergitter vorstellen, während das Schirmgitter als Anode fungiert. Nur ist anders als bei einer Triode das Steuergitter hinter dieser Gitteranode angeordnet. Eine negativere Steuerspannung behindert also den Stromfluss nicht, sondern führt umgekehrt dazu, dass mehr Elektronen, die bereits auf dem Weg zur Pentodenanode waren, umkehren und zum Schirmgitter gelangen. Eine negativere Steuerspannung vergrößert also den Strom. Dieses Verhalten ist genau umgekehrt zur normalen Funktion einer Röhre, aber auch eines Transistors.
Das Schaltbild zeigt den Synchrondetektor mit einem breitbandigen Eingang. Die Gitterdrossel dient hier nur zur Ableitung des Gitterstroms. Das Transitron arbeitet nun mit einem abgestimmten Schwingkreis. Das demodulierte Ausgangssignal erscheint an der Anode und wird einem hochohmigen Kopfhörer zugeführt.

Synchrondetektor für den Mittelwellenbereich
Die Schaltung ist in der Lage, trotz des breitbandigen Eingangs einzelne Signale selektiv zu demodulieren. Der Transitron-Oszillator rastet auf der Trägerfrequenz ein, sobald die Oszillatorfrequenz nahe bei einem starken Träger liegt. Die Schaltung arbeitet sowohl als AM- als auch als FM-Demodulator. Sie kann z.B. verwendet werden, um den Modulationsgrad eines Senders zu bestimmen. In einem einfachen Test wurde die Schaltung als Mittelwellenempfänger eingesetzt. Ohne weitere Verstärkung lassen sich mit einer ausreichend langen Antenne mehrere Sender selektiv empfangen. Die Klangqualität ist dabei teilweise besser als mit einem Audion oder einem Superhet, weil die Bandbreite nicht begrenzt wird.
Literatur: Röhren-Taschen-Tabelle