Röhrenempfänger
Audion mit EF183 und ECL80
Die Bücher "Radio-Baubuch", "Röhrenprojekte von 6 bis 60V" sowie die Bastelecke haben mich dazu motiviert, das von Pentodenaudion mit ECL 80 und EF183 nachzubauen. Hierzu habe ich eine Holzkiste als Basis genommen, die ursprünglich zwei Rotweinflaschen beinhaltete. Außerdem stand der neue Radiomann von Kosmos Pate.
von Georg Körnig
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Die Steckspule, die ich nachgebaut habe, passt auch dort hinein und funktioniert prima, wobei der Rückkopplungsstecker zum Antennenanschluss wird und der ursprüngliche Antennenanschlussstecker dann frei bleibt. Die Spulendimension ist: Durchmesser 15 mm, Drahtstärke 1 mm, 19 Windungen, 1. Anzapfung für Antenne bei 5 und zweite Anzapfung für die Rückkopplung bei 9 Windungen. Hinzugefügt habe ich einen per Schiebeschalter wählbaren Eingang, um evtl. auch einen MP3-Spieler anschließen zu können. Ein weiterer Schiebeschalter ermöglicht es, den zweiten Drehkondensator parallel zuzuschalten, was eine etwas bessere Sendereinstellbarkeit bei kleinerem Frequenzumfang ermöglicht.



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Der Aufbau ist recht rustikal ausgeführt, was dem Zweck einer kurzen Leitungsführung diente. Allerdings mussten manche Leitungen länger bleiben, um das Ganze in die Kiste montierbar zu machen.


Der Empfang funktioniert zwar recht gut und weitgehend brummfrei, aber leider kommt es zu frühen und recht starken Rückkopplungseffekten, weswegen ich schon einige Gegenmaßnahmen unternommen habe. Zum Beispiel wurde die Grundplatte aus Holz gegen eine aufwendigere Aluminiumkonstruktion zwecks besserer Abschirmung ersetzt, und einige Leitungen wurden durch Koaxialkabel abgeschirmt. Trotzdem kommt es immer noch schnell zu Rückkopplungen, sodass sich nur etwa 10 - 20% des Rückkopplungsregelwegs verwenden lassen. Evtl. müsste ich es einmal mit einem logarithmischen Poti versuchen, aber der kurze Regelweg sowie das abrupte Einsetzen deuten darauf hin, dass die Schwingungen nicht normal sind. Die Beschreibungen im Web von anderen Nachbauten nennen einen weichen Rückkopplungseinsatz. Es scheint mir, dass das Problem bei der Anordnung der freien Verdrahtung an den Röhrensockeln liegt, da ich bei den verschiedenen langen Zuleitungen beim Einsetzen der Rückkopplung keine großen Variationen festgestellt habe, wenn ich sie bewegt hatte. Eine weitere Idee, die ich ausprobieren werde, ist eine neue Steckspule mit anderen Anzapfungen.

Weiteres Verbesserungspotential liegt wohl in der Verwendung eines etwas größeren Übertragers, da der 220V / 2 x 6 V bei 0,5 Watt Printtrafo doch etwas zum Verzerren neigt. Vielleicht brauche ich doch noch Kathodenwiderstände, da bei einem hohen Eingangspegel schon einmal das Signal zusammenbricht. Übrigens habe ich auch noch vor, mit Litze und Ferritkern eine Spule für Mittelwellenempfang zu bauen.


Ein Tipp zum Experimentieren: Bei insgesamt drei Röhrenstufen kann die hohe Gesamtverstärkung zu Stabilitätsproblemen führen. Die NF-Stufen verstärken HF-Reste, die dann übe Streukapazitäten zu einer zusätzlichen Rückkopplung führen. Was dann oft hilft ist ein Herabsetzen der oberen NF-Grenzfrequenz. Man könnte z.B. die Anoden der NF-Röhren mit 1 nF gegen Masse abblocken.
B.K.
Verbesserungen
von Georg Körnig

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Was einiges verbessert hatte, war die Änderung der Anzapfung bei der KW-Luftspule. Bei insgesamt 19 Windungen befindet sich jetzt die Rückkopplungsanzapfung bei 2,5 Windungen und die Antennenanzapfung bei 6,5 Windungen vom kalten Ende aus. Damit setzt die Rückkopplung etwas weicher und später ein. Die Empfangsleistung hat sich ebenfalls verbessert. Mit der kurzen Teleskopantenne, die ich inzwischen eingebaut habe, kann man abends schon viele Sender mit guter Lautstärke empfangen, wobei natürlich eine 3 m lange Drahtantenne noch mehr bringt.

Ähnliches gilt für die beiden MW-Spulen. Die mit Ferritkern funktioniert schon ganz gut, ist aber im Vergleich zur KW-Spule leiser. Die dem Kosmos Radiomann nachgebaute Luftspule hat sogar eine höhere Lautstärke und empfängt viele Sender auch mit Teleskopantenne. Die Anzapfungen liegen von innen nach außen bei: Rückkopplung: 8 Windungen, Antenne: 16 Windungen.
Die Ergebnisse wurden alle mit einer EF80 anstelle der EF183 gemacht, da letztere immer noch zu frühen und starken Rückkopplungen neigt. Die zusätzlichen Anodenkondensatoren, wie in Ihrem Hinweis beschrieben, habe ich ausprobiert. Leider mit gemischtem Erfolg. Bei der Pentode der ECL80 kam es bei höherer Aussteuerung zu Schwingungen im Bereich von unter 500 Hz, die zudem mikrofonisch angeregt zu sein schienen. Daher habe ich diesen wieder entfernt. Bei der Triode hat sich nicht viel geändert, aber wie im Schaltplan zu sehen, habe ich ihn eingebaut.
Ansonsten habe ich noch einen stärkeren Printtrafo mit 1 VA pro 6 V Sekundärwicklung eingebaut, was jetzt eine gute und weitgehend verzerrungsfreie Signalwiedergabe erbrachte. Damit stellt sich ein schöner Klang ein, wie er für Röhrengeräte typisch ist; sowohl im Radio- als auch im Audioverstärkungsbetrieb.

Außerdem habe ich eine Trennwand eingebaut, mit der der Lautsprecher einigermaßen akustisch vom oberen Gehäuseteil getrennt ist, was zur guten Wiedergabe beiträgt. Damit funktioniert das Radio so, wie ich es mir vorgestellt hatte, wobei ich einiges auf dem Weg dahin gelernt habe.

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