Röhren-Detektorempfänger
von B. Kainka, Röhrenradios selbst bauen
Siehe auch: Lernpaket Röhrentechnik
Zu den interessantesten Aufgaben gehört der Aufbau einfacher Röhrenradios. Oft ist es erstaunlich, wie wenig Aufwand man braucht um einen gut funktionierenden Empfänger zu bauen. Die hier vorgestellten Mittelwellenradios arbeiten bereits mit Lautsprecher, können aber auch mit dem vorhandenen Ohrhörer betrieben werden.
Detektorempfänger wurden ursprünglich mit Kristalldetektoren aus Bleiglanz oder Pyrit und später mit Germaniumdioden gebaut. Eine interessante Alternative ist die Verwendung einer Röhrendiode als HF-Gleichrichter. Allgemein liefert ein Detektorempfänger nur eine geringe Ausgangsspannung. Mit der hohen Verstärkung des nachfolgenden NF-Verstärkers ist jedoch in den meisten Fällen bereits mit einer Drahtantenne von drei Metern Länge ausreichend lauter Lautsprecherbetrieb möglich.

Der Mittewellen-Detektorempfänger
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Dieser einfache Empfänger verwendet außer der Heizung nur zwei Anschlüsse der Röhre, nämlich die Kathode und das Gitter. Am Eingangs-Schwingkreis liegt die modulierte HF-Spannung eines starken Mittelwellensenders. Durch Gleichrichtung erhält man am Kathodenwiderstand das demodulierte NF-Signal.

Einsatz der Röhre as HF-Gleichrichter
Mit einem Oszilloskop ist die Demodulation deutlich sichtbar. Das ursprüngliche HF-Signal am Schwingkreis zeigt die im Mittelwellenbereich übliche Amplitudenmodulation. Wegen der hohen Frequenz des HF-Signals sind im Oszillogramm die einzelnen HF-Wellenzüge nicht mehr erkennbar, sondern man sieht eine helle Fläche mit der Hüllkurve des Signals.

Das modulierte HF-Signal
Die Signalspannung an der Kathode wurde ohne die Verbindung zum Endverstärker gemessen. Hier sieht man die Gleichrichterwirkung der Röhre. Das Signal enthält die ursprüngliche NF-Modulationsspannung.

Das gleichgerichtete Signal
Messen Sie die Spannung an der Kathode mit einem hochohmigen Digitalvoltmeter. Der Gitterstrom führt zu einer Leerlauf-Kathodenspannung von ca. +650 mV. Stimmt man den Schwingkreis auf einen Sender ab, steigt die Spannung um einige Millivolt, bei extrem starken Signalen sogar um mehr als ein Volt. Damit sieht man die Gleichrichterwirkung der Röhre.
Antennenkopplung
Eine direkter Anschluss der Antenne an den Schwingkreis muss nicht in jedem Fall die höchste Antennenspannung liefern. Besonders bei längeren Antennen ist eine Anpassung des Antennenwiderstands an den Schwingkreis wichtig. Die Antennenkopplung kann sehr einfach durch einen kleinen Koppelkondensator eingestellt werden. Die veränderte Schaltung in Abb. 5.5 verwendet außerdem eine wirksamere Röhrendiode, bei der Anode und Steuergitter gemeinsam als Dioden-Anode wirken. Dabei ergibt sich eine höhere Spannung an der Kathode und eine verbesserte Empfindlichkeit des Empfängers.

Lose Ankopplung de Antenne
Da eine Antenne nicht nur Energie aufnimmt, sondern auch Energie abstrahlt, führt eine direkte Antennenkopplung zu einer großen Dämpfung des Schwingkreises und damit zu einer geringen Güte Q und einer größeren Bandbreite b. Bei hoher Güte schaukelt sich die Signalspannung stärker auf, am Schwingkreis liegt also bei geeigneter Kopplung eine höhere Spannung als an der Antenne selbst. Abb. 5.6 zeigt typische Resonanzkurven bei unterschiedlicher Dämpfung.

Resonanzkurven bei unterschiedlicher Schwingkreisgüte
Untersuchen Sie die Wirkung unterschiedlicher Koppelkondensatoren. Allgemein wird man bei längeren Antennen einen kleineren Koppelkondensator verwenden. Damit sinkt auch die kapazitive Belastung durch die Antenne, sodass die obere abstimmbare Frequenz steigt. Mit großen Koppelkondensatoren und langen Antennen kann es dagegen passieren, das nur der untere Teil des Mittelwellenbereichs abgestimmt werden kann. Verwenden Sie dann einen Antennenkondensator von nur 22 pF oder 10 pF.

Detektorempfänger mit Antennenkondensator

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