Kurzwellenempfang
von B. Kainka
Alle Radioschaltungen für den Mittelwellenbereich können mit anderen Spulen auch auf Kurzwelle betrieben werden. Allerdings ergeben sich teilweise höhere Anforderungen an die Trennschärfe und Empfindlichkeit.
Das Breitband-Audion
Der einfache Audionempfänger für Mittelwelle lässt sich mit geringen Änderungen für Kurzwelle umbauen. Die Schwingkreisspule verwendet nun eine Festinduktivität mit 10 µH. Es wird nur die kleinere Drehkohälfte mit 80 pF eingesetzt. Mit 80 pF und 10 µH erreicht man theoretisch eine untere Abstimmgrenze von 5,6 MHz. Außerdem wird ein kleiner Antennenkondensator mit nur 10 pF verwendet.

Ein Kurzwellen-Audion

Empfänger für das 49- und 41-m-Band
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Der Empfänger bringt an einer ausreichend langen Antenne lauten und sehr klaren Empfang im 49-m-Band und im 41-m-Band. Die Trennschärfe ist allerdings noch relativ gering, d.h., Sender im Abstand 10 kHz können nicht getrennt werden. Eine höhere Trennschärfe erreicht man erst mit dem Einsatz einer Rückkopplung.
Ohne Entdämpfung erreicht der Schwingkreis eine Güte im Bereich 50 bis 100. Praktisch wird daher immer ein ganzer Bandabschnitt mit einer Breite von ca. 50 kHz bis 100 kHz empfangen. Man hört jeweils den stärksten Sender im Bereich. Wegen der für den Kurzwellenbereich typischen starken Schwankungen der Signalstärke können verschiedene Stationen abwechselnd und teilweise auch gleichzeitig gehört werden. Das ergibt vor allem am Abend ein ganz besonderes Hörerlebnis. Sender kommen und gehen, ohne dass man die Abstimmung verändern muss. Man hört z.B. Nachrichten quasi gleichzeitig in mehreren Sprachen oder Musik aus vielen Ländern.
Auf einigen Frequenzen sind DRM-Stationen mit ihrem typischen Rauschen zu hören. Es handelt sich dabei um digitale Rundfunksender nach dem neuen Standard „Digital Radio Mondiale". Um die enthaltene Modulation zu hören benötigt man einen Decoder, der z.B. als Software auf einem PC laufen kann. Zeitweise können DRM-Sender mit hoher Signalstärke AM-Sender im gleichen Band übertönen, sodass man mit dem Audion nur ein starkes Rauschen hört. Vor allem spät am Abend sind jedoch vermehrt starke AM-Stationen zu empfangen.
Eigenbau-Spule
Das Lernpaket enthält Festinduktivitäten mit 330 µH und mit 10 µH. Will man ganz andere Frequenzbereiche als Mittelwelle und den unteren Kurzwellenbereich empfangen, müssen eigene Spulen gewickelt werden. Für den oberen Kurzwellenbereich können Sie eine freitragende Luftspule aus dem Schaltdraht des Lernpakets anfertigen. Wickeln Sie 15 Windungen auf eine Mignonzelle als Wickeldorn, der dann entfernt wird. Die Spule erhält auf diese Weise einen Durchmesser von 15 mm und eine Länge von 20 mm. Die Induktivität beträgt etwa 2,5 µH. Bei einer Kapazität von 160 pF erreicht man etwa 8 MHz.

Audion für das 31- bis 19-m-Band

Höhere Frequenzen mit der Luftspule
Der Empfänger kann etwa vom 31-m-Band bis zum 19-m-Band empfangen. Auch hier ist wieder zu beobachten, dass immer mehrere Sender in einem Band gleichzeitig gehört werden. Allgemein hört man auf den höheren Frequenzen Stationen aus größerer Entfernung.
Literatur: Lernpaket Röhrentechnik

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