Die Audionschaltung
von Burkhard Kainka, Lernpaket Röhrenradios selbst bauen
Ein Audion ist eine bewährte Schaltung, in der die Röhre zugleich die Gleichrichtung und eine Verstärkung des demodulierten Signals leistet. Die verstärkte NF-Spannung wird an der Anode abgenommen. Die Schaltung ist daher wesentlich empfindlicher als die Detektorschaltung aus dem vorigen Abschnitt. Auch mit relativ kurzen Antennen ist bereits guter Lautsprecherempfang möglich. Experimentieren Sie auch hier mit unterschiedlichen Antennenkondensatoren um maximale Lautstärke und Trennschärfe zu erreichen.

Die Triode im Audion

Röhrenaudion mit Endverstärker
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Das Oszillogramm zeigt die Spannung am Gitter und an der Anode bei einem amplitudenmodulierten Eingangssignal. In den Phasen großer HF-Spannung lädt sich das Gitter stärker negativ auf. Damit sinkt die mittlere Gitterspannung und der Anodenstrom, die Anodenspannung steigt also an. So entsteht die demodulierte und verstärkte NF-Spannung am Ausgang. Wichtig ist eine Glättung zur Entfernung von HF-Resten, die nicht zum NF-Verstärker gelangen sollten. Diese Aufgabe übernimmt der 10-nF-Kondensator am Eingang des LM386.

Gitter- und Anodenspannung beim Audion
Rückkopplung
Eine entscheidende Verbesserung eines Audions bringt die Rückkopplung. Dabei wird ein Teil des verstärkten HF-Signals zum Schwingkreis zurückgeführt um Energieverluste auszugleichen. Das Audion verwendet eine Anzapfung des Schwingkreises und eine Verbindung zur Kathode. Der verstärkte Kathodenstrom bewirkt so die gewünschte Entdämpfung. Die Anodenspannung wird über ein Poti eingestellt. Damit versucht man, genau die Verstärkung einzustellen, bei der gerade alle Verluste ausgeglichen werden. Bei weiterer Erhöhung wird das Audion zu einem HF-Oszillator und erzeugt selbst HF-Schwingungen.

Aktive Entdämpfung durch Rückkopplung
Das Radio besitzt mehrere Antennenanschlüsse mit unterschiedlicher Antennenkopplung. A2 bis A3 sind Anschlüsse mit verschieden großen Antennenkondensatoren, wobei die loseste Kopplung mit A4 erreicht wird. Allgemein setzt die Kondensatorkopplung die obere erreichbare Frequenz herunter, sodass man je nach verwendeter Antenne und Anschluss die obere Bandgrenze von 1600 kHz nicht mehr abstimmen kann. Der Anschluss A1 koppelt das Antennensignal an der Kathodenanzapfung des Schwingkreises ein. Die Rückwirkungen auf die Frequenz sind gering, sodass auch die oberen Frequenzen abgestimmt werden können. Wenn Sie speziell die oberen Stationen abstimmen möchten, können Sie den kleineren Teil des Drehkos mit 80 pF allein verwenden.

Das Audion mit Rückkopplung
Das Audion bringt bei optimal eingestellter Rückkopplung hervorragende Empfangsergebnisse. Besonders am Abend können zahlreiche europäische Stationen gehört werden. Die Trennschärfe ist so gut, dass sich in den meisten Fällen auch Stationen auf Nachbarfrequenzen im Kanalabstand 9 kHz ohne gegenseitige Beeinflussung empfangen lassen. Experimentieren Sie mit unterschiedlichen Antennen und verschiedenen Antennenkopplungen.
Lieferhinweis: Der Teilesatz zum Lernpaket ist erhältlich bei AK Modul-Bus
Literatur: Das große Elektronik-Praktiker-Buch

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