Stereo-Kopfhörerverstärker
Ein Kopfhörerverstärker mit Röhren hat einen ganz besonderen Klang. Ein Problem ist manchmal der geringe Anodenstrom und die geringe Ausgangsleistung an niederohmigen Kopfhörern. Man kann jedoch den Anodenstrom durch eine positive Gittervorspannung vergrößern. Hier wurde ein Gitterwiderstand von 47 kOhm an +12 V gelegt. Es ergibt sich mit der EF95 ein Anodenstrom von 2 mA bei einer Betriebsspannung von 12 V. An einem hochohmigen Kopfhörer mit 600 Ohm (z.B. Sennheiser HD414) wird eine gute Lautstärke und ein sehr guter Klang erreicht. Als NF-Quelle dient z.B. die PC-Soundkarte.

Ein Stereo-Kopfhörerverstärker
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Der Kopfhörer liegt hier direkt in der Anodenleitung, d.h. der gemeinsame Anschluss beider Kanäle liegt an der Betriebsspannung +12 V. Deshalb kann hier keine der Stereo-Klinkenbuchsen verwendet werden, die an Masse liegen. Der Kopfhörer wird z.B. über die Schraubklemmen verbunden. Der Eingang kann dagegen über ein Stereokabel und eine Klinkenbuchse angeschlossen werden.
Zusatzversuch:
Untersuchen Sie den Einfluss unterschiedlicher Gitterwiderstände zwischen 10 k und 1 M auf die Lautstärke und den Klang der Schaltung.
Triodenschaltung
Versuche mit kleineren Gitterwiderständen zeigen, dass mehr Gitterstrom den Anodenstrom der EF95 kaum noch erhöht, aber erhebliche Verzerrungen verursacht. Eine mögliche Ursache ist die ungünstige Stromverteilung zwischen Schirmgitter und Anode.

Triodenschaltung
Beide Elektroden wurden deshalb in einem zweiten Versuch verbunden, sodass die Röhren als Trioden arbeiten. Tatsächlich können nun mit Gitterwiderständen von 10 kOhm Ströme von 5 mA erzielt werden. Mit den hochohmigen Kopfhörern ist der Trioden-Verstärker extrem laut. Aber auch ein niederohmiger Typ mit nur 32 Ohm zeigte schon hervorragende Ergebnisse. Allerdings sollte ein Typ mit gutem Wirkungsgrad eingesetzt werden.
Der Verstärker bringt tatsächlich einen ganz eigenen Klang, der subjektiv als sehr angenehm empfunden wurde. Allgemein sagt man Röhren einen „warmen" Klang nach. Dafür gibt es mehrere Gründe:
- Der Kopfhörer wird durch den hohen Innenwiderstand der Röhre kaum bedämpft.
- Die leicht gekrümmte Kennlinie der Röhre verändert den Klang.
- Bei Übersteuerung geht die Röhre sehr weich in die Sättigung.
Zusatzversuch:
Messen Sie mit einem Oszilloskop die Eingangsspannung und die Ausgangsspannung des Verstärkers und bestimmen Sie die Steilheit der Röhre für den gegebenen Arbeitspunkt.

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