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Kurzwellenradio - Tipps und Tricks - Umbauten

Radioprojekt Beast-1

Angeregt durch die in letzter Zeit vermehrt zu findenden Aufbauten von Retroradios und deren Modifikationen wollte ich versuchen, einen Rückkopplungsempfänger aufzubauen, der Empfangsmöglichkeiten von ca. 50 kHz bis 30 MHz hat. Er sollte vollständig aus Teilen aufgebaut werden, die sich in der Bastelkiste finden lassen. Nicht zuletzt sollte er auch von der Konstruktion her so einfach sein, dass er als Nachbauobjekt geeignet wäre.
Herausgekommen ist der Empfänger BEAST-1 (Bereichs-Empfänger aus Schrott-Teilen, Variante 1).

von Günther Zöppel

 

 

Technische Beschreibung

Für einen gut funktionierenden Rückkopplungsempfänger sollten neben anderen Kleinigkeiten drei wesentliche Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Die Rückkopplungseinstellung soll weich, frei von Hysterese (sogenanntes „Ziehen") und mit nur minimalem Einfluss auf die Frequenzeinstellung erfolgen.
  • Der Abstimmkreis, der durch die Rückkopplung entdämpft wird, muss von der Antenne entkoppelt sein, anderenfalls entzieht die Antenne diesem Schwingkreis bei Frequenzen, an denen sie resonant (auch in Oberwellen!) mit der Abstimmfrequenz ist, nicht unerhebliche Beträge an Energie. Dies äußert sich in sogenannten „dead spots" (Punkte mit schwachem Empfang und schlechtem Rückkopplungseinsatz). Dieses Phänomen konnte ziemlich gut an einem transistorisierten KW-Retroradio nachgewiesen werden, bei dem die Rückkopplung mit angesteckter Langdraht-Antenne am unteren Bereichsende partout nicht einsetzen wollte. Als dann nur ein wesentlich höher resonantes kurzes Stück Draht als Antenne verwendet wurde, klappte es auf einmal.
  • Am Empfängereingang muss eine Möglichkeit vorgesehen werden, starke HF-Signale zu dämpfen, sonst rastet der Rückkopplungsmechanismus auf einen starken Träger ein und unmittelbar benachbarte Stationen mit schwächerem Trägersignal können dann nicht empfangen werden.

 

Die Schaltung des Empfängers wurde im wesentlichen aus [1] abgeleitet.

 

SchaltplanSie bedient sich der sogenannten Hartley-Schaltung zur Entdämpfung des Schwingkreises, deren Patent bereits aus dem Jahre 1915 stammt, damals auf Röhrengrundlage [2].

Bei dieser Schaltung ist zwar eine Spule mit einer Anzapfung nötig, dafür liegt ein Ende der Spule auf Bezugsmasse und bereitet damit auch für Kurzwelle weniger Probleme als eine HF-mäßig hochliegende Anordnung. Da für die verschiedenen Frequenzbereiche ohnehin vorhandene Bandfilter und Oszillatorspulen aus alten Geräten zu Steckmodulen umfunktioniert wurden (dazu später), wurden die vorhandenen Anzapfungen dieser Spulen gleich ausgenutzt.

Wichtig ist nur, dass die Schwingbedingung für den Hartleyoszillator erfüllt wird [2].

 

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