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NF-Verstärker
von Wieland Müller
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Mit großem Interesse erwarb ich Ihren Radiobausatz "Franzis". Die recht guten Empfangsergebnisse dieses Retroradios forderten mich heraus, die Empfangsleistung dieses Empfängers ohne wesentliche Änderungen der Schaltung auf Maximum zu bringen.Ich nenne nur einige Rundfunkstationen, die jetzt problemlos mit dem "Franzis" in Berlin empfangen werden können. Magyar Radio (Ungarn) auf 540 Kiloherz, Deutschlandfunk auf 549 KHz und 1422 KHz, Radio Luxemburg auf 1440 KHz, Evangeliumsrundfunk auf 1539 Khz usw. Zunächst lötete ich die Leiterplatte mit der Leiterseite nach oben an an den Drehko. Jetzt waren alle Anschlüsse und Meßpunkte des Bausatzes nach dem Einbau ins Gehäuse leicht zugänglich. Um die Empfangsleistung zu erhöhen, wickelte ich eine neue Antennenspule (HF Litze, zirka 100 Windungen, Anzapfung bei 30 Windungen) auf einen etwas größeren Ferritstab. Diese Veränderung ist aber nicht unbedingt notwendig, die Empfangssteigerung lässt sich auch mit dem Originalferritstab erreichen.
Die Lautstärke des Gerätes musste erhöht werden. Hier half ein kleiner NF-Verstärkerbausatz, den ich vor einigen Jahren im Fachhandel gekauft hatte. Seine Betriebsspannung beträgt 3 Volt bei einer Ausgangsleistung von ca 0,5 Watt. Natürlich kann jeder beliebige Miniaturverstärker verwendet werden. Um die Abstimmanzeige des "Franzis" weiter zu erhalten ersetzte ich den Lautsprecher durch einen 30 Ohm Widerstand. Der frei gewordene Lautsprecher dient jetzt dem NF - Modul zur Wiedergabe. Der Eingang des NF - Verstärkers wird über einen 1 µF Elko am Kollektor des Transistors T 1 (Pluspol des Elkos am Kollektor) des "Franzis" angeschlossen und beide Module über ihre Masseanschlüsse verbunden. Jetzt läuft der der Empfänger mit 0,5 Watt Ausgangsleistung. Um aufwendige stabililisierende Schaltungen zu vermeiden werden die Module von ihren eigenen Batterien versorgt. Um beide Baugruppen über den einpoligen Schaltkontakt am Poti des Retroradios gleichzeitig ein und ausschalten zu können lötete ich die Pluspole der beiden Spannungsquellen direkt an den jeweiligen Batterieanschluss der Module. Die Minuspole der unterschiedlichen Spannungsquellen werden an einem Pol des Potischalters angeschlossen. Der anderen Pol wird mit den Massen (Minuspole) beider Bausätze verbunden. Dadurch schaltet man beide Geräteeinheiten gleichzeitig ein und aus. Die NF Verstärkung des "Franzis" ist jetzt so hoch, dass eine wirksame Lautstärkedämpfung über den Gerätelautstärkeregler nicht mehr möglich ist. Deshalb wird am Eingang des NF-Modul ein kleines Poti (50 Kiloohm) zur Lautstärkeregelung angeschlossen. Die 4 mm Achse kann unauffällig unter der Pegelanzeige durch die Frontplatte geführt und mit einem entsprechend kleinen Knopf versehen werden.
Jetzt komme ich zur eigentlichen HF Empfindlichkeitssteigerung des "Franzis". Zwischen der Basis des Transistors T 1 und Masse wird ein 100 nF Keramikkondensator geschaltet.Durch Aufdrehen des ehemaligen Lautstärkereglers kann der IC bis zum Schwingen gebracht werden (Audioneffekt). Kurz vor dem Schwingungseinsatz ist eine unglaubliche Empfindlichkeit und Trennschärfe erreicht. Der Lautstärkeregler dient jetzt als Rückkopplungs- und HF Verstärkungsregler. Im Prinzip wird die extreme Empfindlichkeit des "Franzis" mit dem Einsatz weniger Bauelemente erreicht. Er braucht sich nicht hinter einem Super zu verstecken.
Die eigentlich interessante Veränderung der Schaltung ist der Rückkopplungseffekt, der eine wesentliche Empfindlichkeitssteigerung des "Franzis" ermöglicht. Das Prinzip: Am Ausgang des Schaltkreises Pin 3 befindet sich ein Keramikkondensator C 5 (100 nF) gegen Masse geschaltet. Parallel dazu liegt der Lautstärkeregler (10 kOhm) in Reihe mit dem Kondensator C 3 (100 nF) ebenfalls gegen Masse. Diese Kombination ist für die Empfindlichkeit des IC zuständig. Bei einer Erhöhung dieser Gesamtkapazität durch einen weiteren parallel geschalteten Kondensator beginnt der Schaltkreis zu schwingen. Durch entsprechende Positionierung der Ferritstabantenne (Entfernung zur Leiterplatte) kann dieser Vorgang optimiert werden. Ein Keramikkondensator von 100 nF an dem Schleifer des Lautstärkereglers bzw der Basis des Transistors T 1 gegen Masse ermöglicht die stufenlose Erhöhung der Gesamtkapazität bis zum Schwingungseinsatz. (Schleifer des Potis Richtung Pin 3 drehen). Wie bei einem Audion erreicht man kurz vor dem Schwingen eine extrem gute Empfindlichkeit und Trennschärfe des "Franzis". Ich habe in Berlin mit drei starken Ortssendern zu kämpfen. Deutschlandradio Kultur auf 855 kHz und 990 kHz (Standort Berlin Britz) und Relais "Stimme Russlands" auf 693 kHz (Standort Oranienburg). Diese Sender dominieren den gesamten Mittelwellenbereich. Durch Anziehen der Rückkopplung beim abendlichen Fernempfang unterdrückt der "Franzis" die genannten Stationen total. Bei einem nachgeschalteten NF Modul kann der Lautstärkeregler des Bausatzes voll als HF Empindlichkeits- und Rückkopplungssteller betrachtet werden.













