Retro Radio:
LM386-Endstufe
Der LM386 hat intern eine recht hohe Verstärkung, die durch die auch intern vorgesehene Gegenkopplung auf geringere Werte einstellbar ist. Die Gesamtverstärkung wurde auf ca. 60x eingestellt. So ergibt sich eine gute Hörbarkeit auch von schwachen Stationen, die man mit der Originalschaltung nicht mehr wahrnehmen konnte.
von Rudolf Drabek
Die Ausgangsleistung des Retroradios auf 300 mW erhöhen:
Der LM386 ist ja gut bekannt und einfach anzuwenden.
Mit 6 V Speisespannung sind bei 8 Ohm ca. 300 mW zu erreichen. Früher mit diskretem Aufbau eines Verstärkers und Bootstrap waren bei 6 V ca. 5,5 Vss aussteuerbar.
Beim LM386 verliert man etwa 1,5 V. So ergeben sich eben ((6 - 1.5)/2.8) ^2 /8= 322 mW. Das Originalradio hat ja nur ca. 1,5 mW Ausgangsleistung und das ist echt wenig.
Ganzen Artikel lesen...
6 V habe ich gewählt, damit auch bei verbrauchten Batterien der LM386 noch mittut. Unterhalb von 4 V Speisespannung passieren nicht vorhersehbare Effekte wie z.B. Spannungssprünge im Ausgangssignal. Der Empfangsteil erhielt eine stabilisierte Speisespannung von 1,3 V durch Anwendung von 2 Dioden. Vorher hab ich es mit einem roten Led versucht, das auf 1.8 V stabilisiert, aber da beginnt der TA7642 oder MK484 zu schwingen und es pfeift jeder Sender ein. Das ist natürlich unakzeptabel, also nur 1,3 V.

Der LM386 hat intern eine recht hohe Verstärkung, die durch die auch intern vorgesehene Gegenkopplung auf geringere Werte einstellbar ist.
Ich habe die Gesamtverstärkung auf ca. 60x eingestellt, so ergibt sich eine gute Hörbarkeit auch von schwachen Stationen, die man mit der Originalschaltung nicht mehr wahrnehmen konnte.
Den LM386 habe ich auf einer winzigen Lochrasterplatte untergebracht. Jedenfalls ist der LM386 mit Vorsicht zu genießen. Das RC-Glied parallel zum Lautsprecher ist wirklich unerläßlich, aber das kann man nur mit dem Oszillograph feststellen.
Auf der neg. Halbwelle der Ausgangsspannung sitzen Schwingungspakete, die man mit diesem RC-Glied vermeidet. Ein Kondensator ohne den 10 Ohm Widerstand nützt nichts!
Weiters liefert der Radio IC noch ziemlich HF Reste am Ausgang, die der LM386 auch verstärkt! Bei weit aufgedrehtem Lautstärkeregler knurrt das Radio nur mehr. Deshalb ein zusätzlicher Kondensator von 10 nF am Eingang des LM386. Dieses C hilft natürlich nichts bei voll aufgedrehtem Poti. Aber die Verstärkung ist genügend hoch um diese Bauteileigenschaften von beiden aktiven Elementen zu vermeiden. Wer will kann ja noch eine Drossel einbauen. Der Lautsprecher stammt aus einem PC vom Schrottplatz und passt exakt an den Originalplatz. Aber selbst mit dem 32 Ohm Lautsprecher hat man noch etwa 80 mW zur Verfügung.
Jetzt macht mir das Retroradio noch mehr Spass. Radio Vatikan, viele andere ital. Stationen, Radio Slowenien, Radio Kroatien, ein russischer Sender, Budapest, deutsche Stationen sind, in der Nähe von Wien, abends sehr gut zu empfangen. Die Empfindlichkeit ist, bei den vorliegenden Feldstärken, kaum von einem klassischen Super zu unterscheiden. Die Trennschärfe ist eben so, wie es bei einem Einkreiser zu erwarten ist. Wer tricksen will kann ja die 1,3 V Speisespannung regelbar machen und sozusagen einen Rückkopplungsregeler simulieren. Aber lt. Datenblatt bitte unter 1,8 V bleiben.
Die passende Ergänzung zu diesem Artikel:
 | Franzis Retroradio Lieferumfang: Eurobox incl. 25 Bauteile ISBN 978-3-7723-4229-5 Versandkostenfrei* direkt beim Verlag bestellen
24,95 € 
|

Lernen Sie die ganze Vielfalt vom Franzis Buch- und Softwareverlag kennen