Heute habe ich das Kurzwellen-Retroradio aufgebaut. Ich dache erst, Heimspiel, da kann überhaupt nichts schief gehen. Aber Leichtsinn wird bestraft, und deshalb habe zuerst ich zwei Widerstände vertauscht. Die doppelseitige und durchkontaktierte Platine ist von hoher Qualität und verträgt einige Löterei. Nur die Bauteile wieder auslöten ist relativ schwierig und die Löcher wieder frei bekommen noch schwieriger. Bei der Fehlersuche und beim Testen habe ich dann auch noch die LED durchgebrannt. Fazit: Man sollte sich viel Zeit nehmen und alles in Ruhe aufbauen. Hier ein Zielfoto zur Kontrolle:
Bei der Montage der LED ist mir aufgefallen, dass man sich nicht zu sklavisch an die Anleitung halten sollte, weil das Gehäuse fertigungsbedingte Toleranzen aufweist. In diesem Fall passte die Platine am besten, wenn die LED mittig montiert wurde. Man sollte also in jedem Fall Die LED vor dem Anlöten erst justieren.

Und dann wird alles eingebaut. Falls jemand die Unterlegscheiben sucht, die kleinen Befestigungsschrauben für den Drehko besitzen bereits angesetzte Unterlegscheiben. Die Schraube dürfen nicht zu fest angezogen werden, sie ragen sonst zu tief in den Drehko.

Übrigens, beim Verdrahtungsplan im Handbuch führt BAT- zum Lautsprecher und LS- zur Batterie. Da ist mir wohl eine kleine Verwechselung unterlaufen. Das ist allerdings ohne schlimme Folgen, weil beide Anschlüsse auf der Platine an Masse liegen. Eine zweite Verwechselung betrifft die Anschlüsse A1 und A3. Beide Beschriftungen sind vertauscht, sodass nun A1 die feste Antennenkopplung darstellt und A3 die lose.

Man könnte alle Drähte in die Platine einlöten bevor der Drehko festgeschraubt wird. Diesmal habe ich es anders probiert und finde, das geht noch besser: Die Anschlüssen werden erst nach der Montage von oben verzinnt und die Drähte dann flach aufgelötet. Mit den durchkontaktieren Lötaugen kann man sich so die Arbeit sparen, die verzinnten Drähte durch die Löcher zu stecken. Auch Änderungen und Korrekturen sind einfacher.

Und nun der Empfangstest: Ich schließe erst mal nur Erde an, das reicht schon. Gerade höre ich DW bei 6075 kHz mit guter Lautstärke. Der DRM-Sender bei 6085 kHz ist etwa gleich stark. Beide lassen sich sauber trennen. Damit ist klar: Empfindlichkeit und Trennschärfe sind gut, das Radio funktioniert wie geplant.
Tipps von Mario Jansen:
Nach der Änderung von C2, entsprechend dem Modifikationsvorschlag, trifft mein Empfänger die aufgedruckten Skalen-Frequenzen über den kompletten Bereich auf den Punkt. Eine Kontrolle mit meinem Vergleichsempfänger (Roadstar TRA-2350) bei leicht angezogener Rückkopplung des Retro-Radios ergab ca. 3400kHz und ca. 10600kHz bei jeweilig Links- und Rechtsanschlag des Drehkondensators. Zuvor konnte nur eine maximale Frequenz von etwas über 9000kHz bei Rechtsanschlag festgestellt werden. Allerdings setzt nun die Rückkopplung später ein. Was etwas Nachteilig nach meinem Empfinden für die Feinabstimmung bei SSB ist. Evtl. werde ich einmal versuchen, wie von Herrn Zielonkowski angewendet, die Spannung durch Reihenschaltung von 1 oder 2 Dioden zur LED etwas anzuheben, damit die Rückkopplung eher einsetzt. Ihren Eindruck, dass der SSB-Empfang nach dem Umbau besser geworden ist, kann ich nur bestätigen.
Mit meiner 10m-Langdraht-Antenne und „Heizungs"-Erde ist auf 80m eine sehr beachtliche Anzahl an Amateuren, selbst aus dem Mittelmeer-Raum in SSB sauber zu hören. Das 40m-Band dagegen finde ich doch etwas „fummelig" und das Retro-Radio durch die Signalstärken des 41m-Bandes an meiner Antenne überfordert. Hier erziele ich nur mit einer kurzen Draht-Antennen Erfolge.
Noch ein Anmerkung. Mein Rückkopplungspotentiometer hatte von der ersten Minute Geräusche bei der Feinabstimmung zum Empfang von SSB erzeug. Es hatte nur sehr wenig Spaß gemacht, da manche schwache Station übertönt wurde. Offensichtlich ist die Audions-Stufe sehr empfindlich auf geringe Unregelmäßigkeiten in der Versorgungsspannung. Da ein Ersatz-Potentiometer nicht zur Hand war, hab ich es einmal mit einem 1uF-Elko aus der Bastelkiste zwischen Mittel- und Masseanschluss des Potentiometers versucht. Die Geräusche sind so auf einfache Weise nahezu vollständig verschwunden.

Mehr Lautstärke, Tipp von Wieland Müller
Beim Aufbau Ihrer hervorragenden Schaltungsentwicklung (extreme Empfindlichkeit, hohe Trennschärfe) wurde mein Gesamteindruck durch die schwache NF Wiedergabe etwas beeinträchtigt. Selbst starke Rundfunksender konnte ich bei voll aufgedrehten Lautstärkeregler nur mit mäßiger Zimmerlautstärke wiedergeben. Um diesen Zustand zu verändern lötete ich auf der Leiterseite der Empfängerplatine einen 10µF Elko in horinzontaler Lage (Anschlüsse um 90 Grad verbogen) direkt auf auf Pin 1 (Pluspol) und Pin 8 (Minuspol) des LM 386 N-1. Durch die Steigerung der Empindlichkeit des Schaltkreises kann ich jetzt fast alle empfangswürdigen Stationen bereits bei einer Stellung des P 2 zwischen den Markierungen 1 und 2 mit einer angenehmen Lautstärke hörbar machen. Bei weiteren Aufdrehen von P 2 erreiche ich die maximale NF Leistung des IC ( z.B. Deutsche Welle 6075 kHz, ein Meter Wurfantenne an Anschluss A 1 = ca. 90 dB an den Schallaustrittsbohrungen gemessen). Besonders beim Empfang von SSB und CW Signalen trägt die Lautstärkereserve zu einer guten Verständlichkeit bei. Die bei größerer Lautstärke auftretende akustische Rückkopplung zwischen Lautsprecher und Empfängerplatine habe ich durch eine leichte Lockerung des Lautsprechers in seiner Halterungslasche beseitigt. In harnäckigen Fällen helfen zwei dünne Gummiunterlegscheiben zwischen Drehko und Frontplatte.
Im Datenblatt steht: Verstärkung IC ohne Elko = 20, mit Elko = 200, Elko in Reihe mit 1,2 K Widerstand = 50. Über einen entsprechenden Regelwiderstand in Reihe mit dem Elko kann aslo die Verstärkung des IC den Einsatzbedingungen angepasst werden.
Rahmenantenne, von Andreas Gräßer

Ich habe mir vor kurzem das KW-Retroradio gekauft und bin begeistert. Der Aufbau des Radios ist hervorragend beschrieben. Das Radio funktionierte bei mir auf Anhieb erstaunlich gut. Deshalb habe ich gleich weitergebastelt. Insbesondere habe ich die Spule rausgeschmissen und dafür einfach eine kleine Rahmenantenne angeschlossen: Etwa 22 cm mal 12 cm, zwei Windungen, das ergibt eine Induktivität von ca. 5 µH. Damit kann ich erstaunlich viele Sender im 49, 41 und 31 m-Band empfangen und bin unabhängig von Erd- und Antennenkabeln. Man kann auch einfach einige Drahtwindungen um das Retro-Gehäuse wickeln, das ergibt auch eine brauchbare Rahmenantenne und man muss nicht mal einen Rahmen bauen! In meiner Bastelkiste habe ich noch einen alten UKW-Drehko gefunden, den ich parallel zum 265-pF-Drehko als KW-Lupe geschaltet habe. Durch diese einfache Maßnahme wird die Abstimmung sehr erleichtert. Einmal im Bastelrausch habe ich auch noch eine alte MW-Ferritantenne mit Spule (ca. 70 Wdg.) und einen Umschalter eingebaut. Damit kann ich nun wahlweise KW oder MW hören. Der MW-Empfang ist nicht ganz so sensationell wie der KW-Empfang, aber auch besser als erwartet.