Die Lösung
Ausgangspunkt ist die Realisierung eines hochverstärkenden (maximal ca. 60dB = 1000fach) NF-Verstärkers auf Basis des CONRAD/ELO-Bausatzes für KW-Empfang. Genutzt werden aus dem Bausatz der NF-Vorverstärker T2, der NF-Lautsprecher-Verstärker LM386 (IC1), der Lautsprecher sowie das Gehäuse mit einigen mechanischen Komponenten.
Weiterhin kann der Signalverfolger durch weitere praktisch verwendbare Ergänzungen zu einem vielseitigen Prüfgerät erweitert werden. Dies wird aus dem folgenden Stromlauf ersichtlich:

Die zum CONRAD/ELO-Bausatz ergänzten Bauelemente sind an der fehlenden Bauelemente-Bezeichnung (kein Rx, Cx, IC,...) erkennbar.
Als Eingangsbuchse empfiehlt sich eine 6,3mm-Mono-Klinken-Buchse oder eine BNC-Buchse (Cinch oder Mini-Klinke geht auch), die in einfacher Weise in das vorhandene Loch des Abstimm-Drehkondensators eingebaut wird.
Der Schalter S3 dient der Umschaltung zwischen der Verfolgung eines NF- oder HF-Signals und kann beispielsweise anstelle der Antennenbuchse A3 eingebaut werden. Die Verstärkung wird mittels P2 eingestellt. Dieses Poti, das auch den Batterieschalter S1 enthält, wird an der originalen Stelle eingebaut. Der Eingangswiderstand der NF-Vorstufe (T2) wird durch einen Basis-Vorwiderstand von 100k erheblich erhöht. Dieser Eingangswiderstand von >100k stellt zur möglichst geringen Belastung der zu untersuchenden Stufe einen guten Kompromiss dar. Dies führt allerdings zu einer Reduzierung des Spannungsverstärkung der Transistorstufe T2.
Diese Reduzierung wird durch einen kleinen schaltungstechnischen Eingriff in den Lautsprecherverstärker LM368 mehr als kompensiert. Dazu dient Schalter S2, der in geschlossenem Zustand eine Erhöhung der Verstärkung um +20dB (= 10fach) auf eine Gesamtverstärkung des Signalverfolgers von max. ca. 60dB (= 1000fach) bewirkt. Diese Gesamtverstärkung ist für alle üblichen Probleme ausreichend. Der Schalter kann in das für das Poti P1 vorgesehene Loch eingebaut werden. Die schnelle, einfache Umschaltung der Verstärkung um 20dB mittels S2 ist bei der Arbeit mit einem Signalverfolger eine bequeme Einrichtung.
Die Koppelkondensatoren am Eingang des Signalverfolgers müssen eine Spannungsfestigkeit von mindestens 400V Gleichspannung aufweisen, um problemlos auch Signale mit hoher Anodenspannung abtasten zu können. Die Diode 1N4148 dient als Überspannungs-Schutz.
Bei Benutzung der Kopfhörer-Buchse (schaltbare Mini-Klinken-Buchse, eingebaut in das Loch „A2") werden der interne und externe Lautsprecher vom Verstärker-Ausgang abgeschaltet. In diesem Zustand kann der interne Lautsprecher, der an den im original Gehäuse vorhandenen Buchsen „E" und „A1" verfügbar ist, über diese Lautsprecher-Buchsen auch als Prüflautsprecher (8Ohm) genutzt werden.
Die Demodulations-Schaltung mit einer Standard-Germanium-Diode (alternativ Schottky-Diode, z.B. BA143) innerhalb des Gerätes selbst stellt einen Kompromiss dar. Denn dadurch wird die Gesamtkapazität des Tastkopf-Kabels wirksam. Dies führt - insbesondere bei Abtasten von Schwingkreisen - zu einer starken Verstimmung. Andererseits ist das einfache Umschalten mit S3 eine brauchbare Maßnahme zum Nachweis von HF-Signalen überhaupt. Eine Verbesserung bringt die Verwendung eines guten Oszillografen-Tastkopfes mit ca. 100pF Kabelkapazität. Die Lösung ist eigentlich, die Demodulations-Schaltung komplett in den Tastkopf zu verlagern, sodass die Kabelkapazität nur auf der NF-Seite - und somit kaum - zu Buche schlägt. In einfacher Weise kann man z.B. einen Tastkopf mit Demodulations-Schaltung - einschließlich S3 - mit einem üblichen Röhrchen für Vitamin-Tabletten als Gehäuse selbst bauen.
Achtung: In der CONRAD/ELO-Schaltung fehlt am LM386 das sogenannte Boucherot-Glied oder Snubber-Glied. Dies ist eine Reihenschaltung bestehend aus einem Kondensator von 47nF und einem Widerstand von 10Ohm vom Ausgang Pin6 des LM386 nach Masse. Die Funktion dieses Gliedes ist die Verhinderung von wilden HF-Schwingungen am Ausgang des NF-Verstärkers. Mit eine Scope sind diese Schwingungen leicht nachweisbar. Ohne Messmittel sollte man bei undefinierbaren Verzerrungen diese Reihenschaltung sicherheitshalber einbauen.
Bei häufiger Verwendung des Signalverfolgers sollte die 9V-Block-Batterie gegen ein Batterie-Pack mit Mignon-Zellen (Akkus) ersetzt werden, der locker in das vorhandenen Gehäuse passt. Hierbei sind bereits 4 Zellen ausreichend.
Der Signalverfolger, ausgestattet mit einer 6,3mm Mono-Klinke als Eingangs-Buchse, kann übrigens in einfacher Weise als Instrumenten-Übungsverstärker, z.B. E-Gitarre, verwendet werden. Außerdem kann das Gerät natürlich als Nachverstärker bzw. Lautsprecherverstärker für alle Geräte verwendet werden, die eine zu geringe Lautstärke oder nur Kopfhörer-Betrieb aufweisen. Dies sind beispielsweise der „70 Jahre Radiomann" von Kosmos, das Retro Mittelwellen-Radio von CONRAD/ELO, Detektorempfänger jeder Art usw.
Mit einem zusätzlichen einfachen (oberwellen-haltigen) Recheckgenerator könnte der Signalverfolger auch um einen Signal-Injektor erweitert werden.
Mit einem einfachen Phasenschieber-Oszillator auf Basis eines Transistors ließe sich zusätzlich ein einfacher Sinusgenerator für Testzwecke realisieren. Auch dadurch kann die Vielseitigkeit des Signalverfolgers erhöht werden. Im Gehäuse ist genügend Platz für solche Erweiterungen.
Das original KW-Radio lässt sich übrigens auch mit wenigen ergänzenden Bauelementen (Ferrit-Antenne, Umschalter) um die Funktion MW erweitern.