„Magnetic Loop" versus „Ferrit Boy"
von Daniel Greiser

Dies ist eine kurze Bauanleitung für den „Ferrit-Boy" und ein Vergleich mit der „Magnetic Loop". Die Magnetic Loop und eine Bauanleitung ist entweder im „Radiobaubuch" von Burkhard Kainka oder unter www.elexs.de/drm6.htm zu lesen. Der „Ferrit - Boy" verwendet die gleiche Schaltung wie die bereits unter www.elexs.de/drm15.htm beschriebene Breitband-Ferritantenne, allerdings sind um den Ferritstab nur 5 Windungen Kupferlackdraht für den Kurzwellenbereich.

Magnetic Loop mit Vorverstärker

Die Mittelwellenversion mit Ferritstab und 50 Windungen
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Vergleichsweise wurde noch eine im Zimmer gespannte „Langdrahtantenne" mit einer Länge von ca. 4 m herangezogen.
Als Testempfänger habe ich mein Kaskodenaudion und einen Fertigbausatz Eco-Audion mit 4 russischen Miniaturröhren(1Sh24b) verwendet.
Antennenverstärker hatte ich vorher noch nicht gebaut und bin daher wahrscheinlich in alle nur erdenklichen Fettnäpfchen getreten. Bei allen Antennenverstärkern gilt:
1. Verdrahtung und Verbindungen HF-mäßig (sehr kurze Leitungen)
2. Dicke Masseverbindung
3. Widerstände senkrecht (spart Platz)
4. Mechanisch stabil (nichts darf schwingen können)
Ich habe bei den Antennenverstärkern den HF-Transistor BFR96S eingesetzt und festgestellt, dass er beim Einsatz mit einer Lochrasterplatine zum Schwingen neigt und somit kein Empfang mehr möglich ist. Dies habe ich nur beheben können, indem ich mich von dem Lehrbuchaufbau gezwungenermaßen gelöst habe. Erst als ich die Widerstände und Kondesatoren direkt an die Transistoren gelötet hatte, waren die parasitären Schwingkreise endlich still. Allerdings sieht der Aufbau meiner Schaltung inzwischen ziemlich zerrupft aus, denn ich musste die Schaltung einige Male korrigieren. Das folgende Bild spricht denke ich für sich selbst.

Bei beiden Antennenvarianten kann man auch mit den Trasistoren vom Typ BC548 recht gute Ergebnisse erzielen. Beim „Ferrit-Boy" ist das entscheidende aber der richtige Aufbau der geschirmten Ferritantenne. Einen geigneten Ferritsab kann man z.B. bei www.ak-modul-bus.de erhalten. Ich habe noch einen 13 cm langen Ferritstab (1 cm Durchmesser) in einem alten Radio gefunden.
Den Ferritstab habe ich komplett mit Papier umwickelt und anschließend die Windungen aus 0,5 mm Kupferlackdraht aufgebracht. Den Kupferlackdraht habe ich am Ende verdrillt und mit Isolierband geschützt.

Der Schirm ist aus einfacher Küchenalufolie und darf sich weder berühren (Kurzschluss) noch direkten Kontakt mit dem Ferritstab haben, da dieser auch elektrisch leitend ist. Die Alufolie wird dann mit Isolierband gut fixiert und anschließend wird ein Draht für die Masse angelötet. Wenn das nicht so gut klappt, umwickelt man einfach die Alufolie mit etwas Papier, denn dann kühlt die Alufolie nicht so schnell ab. Diese Arbeit ist ein wenig kniffelig, aber nicht unmöglich. Geduld ist eine göttliche Tugend :-) .
Wenn man alles gut und kurz verlötet hat, wird nochmal kurz die Schaltung überprüft. Wenn dies geschehen ist, dann kann der Spaß beginnen. Beim Vergleich ist mir aufgefallen, dass beide Antennen schon ein wenig Empfangverbesserung bringen, auch wenn diese noch ausgeschaltet sind. Beim Einschalten konnte ich ein deutliches Knacken im Kopfhörer vernehmen. Das Knacken konnte ich bei beiden Empfängern beobachten. Beim Berühren der Transistorbasis mit einer Schraubenzieherspitze trat ein Rascheln bzw. Brummen im Kopfhörer deutlich hervor.
Anders fiel der Lautstärkevergleich aus. Ein Sender den ich bereits mit einer kurzen Anschlussleitung hören konnte wurde mit dem „Magnetic Loop" nur wenig lauter. Der „Ferrit-Boy" machte diesen Sender extrem laut. Die Richtwirkung war bei beiden Antennen ziemlich gleich. Die Langdrahtantenne lieferte bei meinem Kaskodenaudion eine etwas höhere Lautstärke, war aber nicht so trennscharf. Das Audion mit den 4 Miniaturröhren und induktiver Antennenkopplung hatte beim „Ferrit-Boy" und der Langdrahtantenne die gleiche Lautstärke. Wahrscheinlich ist die geringere Lautstärke beim Kaskodenaudion (kapazitive Antennenkoppklung) noch eine Anpassungsgeschichte. Wer eine Platz sparende Antenne sucht weil er keinen Platz für eine Langdrahtantenne hat oder was mobiles für die Tasche braucht, sollte sich auch einen „Ferrit-Boy" basteln. Die Materialkosten liegen unter 20 €. Ich habe die Schaltung mit Spannungen von 5 Volt bist 15 Volt getestet. Über 15 Volt ist keine Verbesserung mehr feststellbar.
Dieser Test beweist, dass man durchaus auch mit einem Ferritstab noch im Kurzwellenbereich arbeiten kann. Der Vorteil vom Loop und dem Ferritstab ist, dass nur die magnetische Feldkomponente verwendet wird. Die elektrische Feldkomponente ist im Haus meist mit Störungen aus dem Hausnetz und von anderen Geräten durchwachsen und liefert daher häufig einen Empfang mit mehr Rauschen und Knistern.
Viel Spaß beim Nachbau und guten Empfang.
Daniel Greiser

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