DRM-Empfänger mit Röhren
von B. Kainka
Manch ein erfahrender Radioamateur sehnt sich nach der guten alten Zeit der Röhren zurück. Tatsächlich macht es auch heute noch viel Freude, ein Röhren-Audion zu bauen und damit die AM-Bereiche abzuhören. Und es ist sogar möglich, damit DRM zu empfangen. Der Einsatz einer Röhre erscheint vielleicht antiquiert. Es wurden jedoch sogar bei geringer Anodenspannung gute Erfahrungen mit einer einfachen Audion-Schaltung gemacht. Mit viel Fingerspitzengefühl stimmt man das Audion bei überkritisch eingestellter Rückkopplung etwas neben die Empfangsfrequenz ab. Es arbeitet dann wie ein Direktmischer und liefert am Ausgang das ZF-Signal für die PC-Soundkarte.
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Bekommt man ein Röhren-Kurzwellenaudion so stabil, dass es sogar für DRM taugt? Und das ganze sollte mit 6 V auskommen, damit nur eine Spannung für Heizung an Anode nötig ist. Da bietet sich die EL95 an, zwar eigentlich keine HF-Röhre, sondern eine Endpentode, aber mit hoher Steilheit schon bei kleiner Anodenspannung. Außerdem braucht sie nur 200 mA für die Heizung. Alles kann mit einem kleinen Akku betrieben werden, so dass es keine Probleme mit 50-Hz-Brummen gibt.

Ein experimentelles Röhren-Audion für DRM-Empfang
Die Stabilität steht und fällt mit dem Schwingkreis. Also wurde eine kräftige Spule mit 20 Windungen aus 1,5 mm dickem Draht auf ein PVC-Rohr mit 18 mm Durchmesser gewickelt. Mit kurzen Verbindungen zum Luftdrehko erhält man eine hohe Leerlaufgüte. Auch alle anderen Verbindungen sind sehr stabil ausgelegt. Nichts darf wackeln oder mechanisch schwingen. Sogar die Röhre wurde an ihrem Glasstutzen schwingungsdämpfend abgestützt.
Viel einfacher geht es auf Mittelwelle und wenn man einen quarzstabilen VFO einsetzt. Deshalb wurde hier ein experimenteller Empfänger rund um die Niederspannungsröhre EF98 auf dem Experimentiersystem RT25 von AK MODUL-BUS aufgebaut. Das System enthält bereits einen Drehkondensator und eine Steckplatine, auf der die eigentliche Schaltung aufgebaut wird. Die HF-Pentode EF98 wurde ursprünglich für Autoradios entwickelt und ist für eine Anodenspannung von 6,3 V oder 12,6 V vorgesehen. Hier wird deshalb ein programmierbarer Quarzoszillator eingesetzt, der bei der gleichen Firma erhältlich ist. Eine Quarzfrequenz von 10 MHz wird dabei über eine interne PLL und einen nachfolgenden Teiler auf die Wunschfrequenz umgesetzt.
Hier das komplette Schaltbild des Empfängers (aus Elektor: Röhren-Special 3). Die Ferritantenne reicht in vielen Fällen bereits für einen sichern Empfang. Bei Bedarf kann jedoch eine externe Antenne angekoppelt werden. Das Ausgangssignal des programmierbaren Oszillators wird z.B. auf 1580 kHz eingestellt um den DRM-Sender von WDR2-Classic auf 1593 kHz zu empfangen.

Das Schaltbild des Empfängers
Es wurde eine Ferritantenne mit 20 cm Länge und 10 mm Durchmesser aus einem alten Radio verwendet. Die Spule hat 50 Windungen aus dünner HF-Litze. Das Bild zeigt den Aufbau der Schaltung auf dem Experimentiersystem. Das Steckbrett wurde auf eine Platine geschraubt. Die durchgehende Kupferfläche auf der Unterseite ist über die Befestigungsschrauben leitend mit der Gerätemasse verbunden. Damit erzielt man eine höhere Störfestigkeit gegenüber elektrischen Störfeldern aus dem häuslichen Umfeld. Natürlich kann die Schaltung auch auf einem Chassis oder mit einer Platine gebaut werden. Der Aufbau ist völlig unkritisch, weil die Stabilität durch den Quarzoszillator gesichert ist.

Der experimentelle Aufbau

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