Franzis Röhrenradio: Neue Frequenzen, neue Sender, neuer Einsatz
Das Franzis-Röhrenradio im DRM-Einsatz
Diese Woche hatte ich Besuch von Thomas Wingborg aus Oslo. Er wollte mal wissen, wie der DRM-Empfang in Mitteleuropa ist, in Norwegen sieht es nämlich etwas schwach aus. Sein Franzis-Röhrenradio hatte er mitgebracht. Was mir besonders gut gefallen hat, war seine Beleuchtung der Röhre. Er hatte eine blaue LED in die Röhrenfassung eingebaut. In der Platine befindet sich ja an passender Stelle ein Loch, wie dafür geschaffen.
von Burkhard Kainka
Die blaue LED hat einen relativ großen Vorwiderstand von 10 kOhm und wird direkt von der Heizspannung an der Röhrenfassung versorgt.
Der LED-Strom ist so eingestellt, dass man neben der blauen Beleuchtung auch noch das rote Kathodenleuchten gut sehen kann.
Die DRM-Erweiterung war gleich mit eingebaut:
In letzter Zeit hatte ich nur selten mal einzelnen DRM-Sendungen gelauscht. Mein Eindruck war, es wird immer weniger, viele setzten nicht mehr auf die Zukunft von DRM, sondern ziehen sich zurück. So ist z.B. der Bayrische Rundfunk auf 6085 kHz nicht mehr aktiv. Und sogar DW/BBC senden nicht mehr den ganzen Tag über in DRM. Aber andere machen weiter...
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Zusammen mit Thomas habe ich dann am Vormittag nach aktiven DRM-Stationen gesucht. Die ersten Versuche haben wir mit dem Elektor-SDR unternommen, weil er sich mit DREAM direkt abstimmen lässt und weil man dann bequem mit der Stationsliste arbeiten kann.
Die Frage ist immer, wer ist gerade aktiv, und was kommt auch hier an?
Und bei diesen Vorversuchen gab es gleich einen Entfernungsrekord, Neuseeland im 31-m-Band, vom anderen Ende der Welt! Zwar reichte es nicht für das Audiosignal, aber die Stationskennung kam klar rüber.
Auch zum ersten mal gesehen: Bulgarien auf 9800 kHz
Ein DRM-Signal aus Russland kam relativ stark herein, passte aber nicht zu den Quarzen des DRM-Sets. Deshalb haben wir uns das Oszillatorsignal aus dem Elektor-SDR geliehen und lose an den Antennenkreis des Röhren-Audions gekoppelt. Man musste sehr genau abstimmen, und auch die Rückkopplung passend einstellen, dann kam der erste Erfolg mit der Röhre: Ein glasklares Audiosignal über Kurzwelle, direkt aus Russland.
Ein Vergleich der beiden Empfänger zeigte: Bei optimaler Einstellung ist das SNR mit dem Röhrenmischer nur um 2-3 dB schwächer als mit dem hochlinearen Elektor-SDR.
Später am Tag dann schaltete sich eine DRM-Station auf 6015 kHz ein. Das war die Chance für den DRM-Quarzoszillator.
Voller Erfolg mit dem Franzis-Röhrenradio: 2 MHz rein, dritte Oberwelle als Oszillatorsignal, dann sauber abgestimmt, und schon kam "The Disco Palace" in Stereo rüber, Sender in Frankreich, Programm aus USA.
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