Auf der Präzisionsfassung der Platine sind 2 x 8 Pins frei. In diese passt genau eine Adapterleitung mit einem 16-poligen Flachband-IC-Sockel (vom Entwickler des Lernpakets vermutlich so vorgesehen) hinein. Mit einer solchen Leitung können Sie auch die im Handbuch zum Lernpaket dargestellten Experimente außerhalb, nämlich auf dem Steckboard durchführen.
Im Folgenden beschreibe ich, wie Sie eine solchen Leitung, wie ich sie inzwischen verwende, auch selbst anfertigen können. Sie benötigen dief olgenden Bauteile:
10 - 12 cm Flachbandkabel, 16-adrig, eine 16-polige IC-Fassung zum Aufsetzen auf die freien 2 x 8 Pins der Präzisionsfassung des Lernpakets, zwei Flachband-IC-Sockel, 16-polig, erhältlich z. B. unter Nr. KK16025C bei Reichelt[2] , eine 16-polige IC-Fassung sowie eine 16-polige Präzisions-Fassung.

Die Teile für den Adapter zur Verbindung der Platine des o. a. Lernpakets mit einem Steckboard
Die beiden Flachband-IC-Sockel sind an den beiden Enden der Flachbandleitung z. B. mit einer Presszange zu befestigen (Schneidklemmtechnik). Es geht zur Not auch mit etwas Geschick mit einem Schraubstock, wenn Sie auf beiden Seiten eine Holzleiste entsprechender Dicke zwischen die Backen eines Schraubstocks und den Flachband-IC-Sockel mit der einseitig eingeschobenen Flachbandleitung legen und dann vorsichtig zudrehen...
Der Flachband-IC-Sockel der fertigen Adapterleitung lässt sich auf der Seite der Platine des Lernpakets wegen des Mikrocontrollers auf die freien 2 x 8 Pins der Präzisionsfassung nicht unmittelbar aufstecken, da er breiter ist als eine 16-polige IC-Fassung. Eine solche Fassung, die vorher in die 2 x 8 Pins gesteckt wird, schafft Abhilfe, da der IC-Sockel der Adapterleitung an der dem Mikrocontroller zugewandten Seite diesen danach überragt, ohne ihn zu berühren.
Ähnlich ist es mit dem Flachband-IC-Sockel auf der Steckboardseite. Damit nach seinem Einstecken die Kontakte unter der Flachbandleitung noch gut zugänglich sind, um dort Leitungen einzustecken, ist es sinnvoll, auf den IC-Sockel der Adapterleitung zuerst eine 16-polige IC-Fassung und danach eine 16-polige Präzisionsfassung zu stecken und diese dann auf dem Steckboard an der gewünschten Stelle zu platzieren.
Zudem ist mit dieser Präzisionsfassung eine bessere Verbindung des Flachband-IC-Sockels der Adapterleitung mit dem Steckboard gewährleistet als bei Verwendung einer gewöhnlichen IC-Fassung.

Die fertige Adapterleitung

Beschriftung als Orientierungshilfe
In Bild ist eine fertige Adapterleitung dargestellt, wie ich sie für meine Experimente verwende. Zur Orientierung beim Anschließen von Verbindungsleitungen kann noch eine Beschriftung ähnlich wie in Bild 4 aufgeklebt werden.
Die Vorteile, die sich bei Verwendung der oben beschriebenen Adapterleitung ergeben:
Die Platine des Lernpakets wird mit ihrer Hilfe zu einem „Entwicklungssystem" für den Mikrocontroller Attiny 13. Bei angeschlossenem Steckboard kann nun auf die über die Leitung durchgeschleiften Pins GND, K2, K2 und K1 der Adapterleitung auch verzichtet werden.
Werden nur die Leitungen zu den 8 Pins des Controllers benötigt, kann auch eine 8-adrige Flachbandleitung und zwei angepressten 8-poligen Flachband-IC-Sockeln (erhältlich z. B. unter KK08025C bei Reichelt[2]) zum Verbinden der Mikrocontrollerplatine mit einem vorhandenen Steckboard verwendet werden. Der Controller kann bei der Erprobung eines selbst entwickelten Programms in seiner Fassung bleiben und wird erst daraus entnommen und in eine fertige Schaltung eingesetzt, wenn Programm und Schaltung ohne Fehler funktionieren.

Messbereichserweiterung für einen AD-Wandler-Eingang durch Spannungsteiler mit Formeln
Hier ist dargestellt, wie Sie z. B. mit Hilfe dieser Adapterleitung nun auf dem Steckboard den Messbereich eines oder der beiden AD-Wandler-Eingänge mit einem Festwiderstand von 100 k (Wert experimentell ermittelt) und einem geeigneten Vorwiderstand erweitern können. In Bild unten ist ein Screenshot der Software zum Lernpaket Mikrocontroller dargestellt, in der gerade der Menüteil Interface eingestellt ist. Der Messbereich von ADC3 ist durch R2 = 100 k erweitert. Die Eingänge ADC3 (über Reihenschaltung von R1 und R2 angeschlossen) und ADC4 (unmittelbar angeschlossen) liegen beide an der Spannung Vcc. Die Spannungsanzeige bei ADC3 beträgt 2,5 V. Dieser Messbereich ist also auf das Doppelte erweitert worden. Für andere Messbereiche lässt sich R2 mit Hilfe der in Bild 5 angegebenen Formeln berechnen.

Screenshot der Software des Lernpakets Mikrocontroller
Auch Relaisstufen mit Transistoren BC547 (T1 ) bzw. BC558 (T2 ) mit eigener externer Spannungsversorgung können mit Hilfe der Adapterleitung nun an die Ports des Mikrocontrollers angeschlossen werden, was vorher aus Platzgründen nicht möglich war. Das Relais 1, links im Bild unten wird durch einen High-Pegel an PB0 eingeschaltet, während das Relais 2 rechts durch einen Low-Pegel an PB3 aktiviert wird. Diese Schaltung ist neben anderen in einem Fachbuch zum C-Control-System von Burkhard Kainka [3] zu finden.

Relaisstufen an den Ports PB0 und PB3 des Mikrocontrollers
Bezugsquellen, Literatur:
[1] www.franzis.de
[2] www.reichelt.de
[3] Burkard Kainka „Messen Steuern Regeln mit dem C-Control / Basic System", Franzis-Verlag, 1998