Unterschiede zwischen den Modellen
von Burkhard Kainka
Die Firma Palm, Inc. stellt selbst alle wichtigen Informationen über die Anschlüsse ihrer PDAs zur Verfügung. Im Internet lassen sich auf diese Weise immer die Besonderheiten neuer Modelle erfahren. Hier sollen zunächst die Signale des Palm M100 beschreiben werden. Dieses einfache Gerät eignet sich vor allem wegen seines günstigen Preises besonders für eigene Experimente.
Die folgende Tabelle zeigt die offiziellen Eigenschaften aller Anschlüsse am Connector des Palm M100. Das Gerät verwendet einen Schnittstellentreiber Max3386, aus dessen Datenblatt weitere Eigenschaften der Anschlüsse entnommen werden können.
| Pin | Name | Funktionsbeschreibung |
|---|
| 1 | DTR | Ausgang von Pin 17 des Max3386. +6V, wenn die Schnittstelle geöffnet ist, 0 V wenn sie geschlossen ist |
| 2 | VCC | Anschluss der internen Betriebsspannung, über 330 Ohm an +3,3 V. Wird im Pigtail-Stecker über den Hotsync-Schalter an den Eingang GPI1 gelegt. |
| 3 | RXD | Empfangseingang, liegt an Pin 14 des Max3386E |
| 4 | RTS | Ausgang für den Hardware-Handshake bei über 2400 Baud. Liegt an Pin 16 des Max3386E. |
| 5 | CTS | Eingang für den Hardware-Handshake, liegt an Pin 13 des Max3386E. |
| 7 | GPI1 | Interrupt-Eingang des Prozessors, weckt die CPU und startet den Hotsync-Vorgang. Eingangswiderstand 20 kOhm, Eingangsschwelle 1,4 V. |
| 8 | GPI2 | Eingang mit einem Innenwiderstand von 100 kOhm für die Erkennung eines Modems. Das Modem verbinden GPI2 mit einem Widerstand von 20 kOhm mit VCC (Pin 2). |
| 9 | NC | Nicht angeschlossen |
| 10 | SG | Masseanschluss |
| | | |
Mit diesen genauen Informationen ist es natürlich interessant, sich den verwendeten RS232-Transceiver MAX3386E genauer anzusehen. Das Datenblatt befindet sich ebenfalls auf der CD. Abb. 2.20 zeigt die Anschlüsse und die internen Baugruppen.

Der Leitungstreiber MAX3386E
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Die auch bei ähnlichen Bausteinen wie z.B. dem bekannten MAX232 übliche Ladungspumpe mit geschalteten Kondensatoren ist auch bei diesem IC vorhanden. Sie liefert eine verdoppelte Betriebsspannung am Pin 2 und ein negatives Spiegelbild davon an Pin 6. Diese Spannungen werden dann von den Ausgangsstufen an die Ausgänge DTR, RTS und DTR gelegt. Der Transceiver verfügt über drei Ausgangstreiber. Deshalb ist es hier im Gegensatz zu früheren Modellen möglich, auch DTR an einen realen Ausgangspin zu legen. Der /SHDN-Eingang schaltet des gesamten Baustein ab, wenn er an GND gelegt wird.
Das Datenblatt gibt die Ausgangsspannung für eine Betriebsspannung von 3,3 V mit 5,5 V an. Im Leerlauf findet man aber tatsächlich etwa 5,8 V. Der Eingangswiderstand der beiden Empfänger ist mit 5 k angegeben. Die Eingänge haben eine Hysterese mit Schaltpunkten von 1,0 V und 1,5 V.
Nun die wichtigsten Unterschiede zu den anderen bekannten Modellen:
Der Palm IIIc verwendet den selben Schnittstellenbaustein MAX3386E, wobei nur die einzelnen Sendeausgänge bzw. Empfangseingänge untereinander ausgetauscht sind, was aber die technischen Daten nicht verändert. Der wichtigste Unterschied liegt am Pin 9. Hier wird nun der Ladestrom für den internen Akku zugeführt. Das Ladegerät benötigt die Anschlussdaten 5V/1A.
Alle Palm V-Modelle haben am Pin 2 nicht die Betriebsspannung VCC mit 3,3 V, sondern direkt den positiven Anschluss der internen Li-Ionnenbatterie. Achtung, hier fehlt der schützende Widerstand von 330 Ohm. Besondere Vorsicht ist geboten, damit keine zu hohen Ströme auftreten.
Der Palm V und Palm Vx gleicht bei einem Teil der Serie in der Schnittstelle dem Palm III, verwendet jedoch den Ladeeingang am Pin 9 nicht. Ein anderer Teil der Serie verwendet den Schnittstellentreiber LTC1385CG. Dieser Baustein hat einen Ausgangstreiber weniger. Deshalb wurde hier der Pin 1 (DO, entspricht DTR bei den übrigen Modellen) direkt mit dem Anschluss der internen Ladungspumpe verbunden. Unglücklicherweise verhalten sich die verwendeten Schnittstellenbausteine im Power-Down-Modus anders als ihre Brüder von Maxim. Der Pin führt dann nämlich nicht 0 V, sondern immer noch + 3 V. Bei einigen Schaltungen muss beachtet werden, dass bei diesen Geräten DTR niemals ganz abgeschaltet werden kann.
Die Geräte Pilot, PalmPilot, Palm III, Palm IIIx, Palm IIIe, Palm Iixe, Palm VII und Palm VIIx verwenden unterschiedliche Schnittstellenbausteine verschiedener Firmen. Sie haben jedoch alle am Pin 1 die besondere Leitung DO als nicht standardgemäßen Ersatz für die DTR-Leitung. Bei diesen Geräten kann also die Ausgangsspannung durch das Schließen der Schnittstelle nicht ganz abgeschaltet werden.
Der Handspring Visor benutzt für den Hotsync-Vorgang im Normalfall seine USB-Schnittstelle. Es gibt nur eine eingeschränkte serielle Schnittstelle mit den Leitungen TXD und RXD, wobei der RS232-Leitungstreiber nicht im Gerät vorhanden ist, sondern nur in der seriellen Cradle, die als Zubehör erhältlich ist. Immer wenn das Betriebssystem den Anschluss eines seriellen Geräts erkennt, geht es davon aus, dass eine Tastatur angeschlossen wurde. Ein entsprechender Treiber blockiert dann die Schnittstelle. Viele der im folgenden beschriebenen Versuche sind nur mit Einschränkungen am Visor möglich. Versuche mit der IrDA-Schnittstelle sind dagegen problemlos.
Siehe auch: Steckerbelegung beim Palm Universal Connector
Literatur: USB in der Elektronik

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