MSR mit Palm OS
von Burkhard Kainka

Ein Handheld-Computer mit Grafikdisplay und bemerkenswerter Rechenleistung regt die Phantasie des Bastlers und des professionellen Entwicklers gleichermaßen an. Die Möglichkeiten sind fast unbegrenzt: von der LED-Steuerung bis zum Roboter, vom Thermometer bis zum Oszilloskop
Hinweis: Das Franzis-Buch MSR mit Palm OS von Burkhard Kainka und Lars Gollub ist in gedruckter Form leider nicht mehr lieferbar. Weil vieles aus dem Buch immer noch aktuell ist und auf andere Systeme übertragen werden kann soll es hier in Auszügen veröffentlicht werden.
Die serielle Schnittstelle des Palm
Fast jeder Palm-PDA besitzt eine serielle Schnittstelle zur Kommunikation mit einem PC. Sie bietet einen einfachen Zugang auch für andere Experimente. Statt Daten mit dem PC abzugleichen, kann man auch Daten mit externen Schaltungen austauschen. Man kann etwas steuern oder Informationen von außen einlesen.
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Hier sollen die ersten Versuche mit einem Palm M100 vorgestellt werden. Dies ist derzeit das preiswerteste Mitglied der Palm-Familie. Mancher mag angesichts des moderaten Preises seine Scheu verlieren, eigene Versuche durchzuführen. Ein Vorteil ist auch das einfache Anschlusskabel (Pigtail) oder Hotsync-Kabel des Geräts. Anderen Modelle verwenden eine Cradle (= „Wiege") als Ablage und Anschlusseinheit des Geräts.

Das Anschlusskabel des Palm M100
Die Schnittstelle ist vor allem für den Hotsync mit dem PC vorgesehen. Normalerweise sieht man nicht, was dabei passiert. Man kann jedoch ein eigenes Programm einsetzen, um den Aktivitäten auf den Leitungen zuzusehen. Das Programm Terminal.Exe erlaubt das Senden und Empfangen einzelner Bytes und Textzeichen. Außerdem können hier auch die Hilfsleitungen der RS232 gelesen und verändert werden.

Datenempfang bei einem Hotsync-Versuch
Sobald die Hotsync-Taste gedrückt wird, sieht man die Leitungen CTS und DSR im High-Zustand. Außerdem werden über RXD Daten empfangen. Der Palm versucht also, eine Verbindung zum PC aufzubauen. Welche Daten mit welcher Baudrate gesendet werden und was sie bedeuten, wurde nicht näher untersucht. Interessant ist aber, dass offensichtlich zwei Handshake-Leitungen verwendet werden.
Ein erster Versuch gelingt daher ganz ohne spezielle Software. Man benötigt nur eine Leuchtdiode (LED) und einen Widerstand von 1 kOhm. Beide schaltet man in Reihe und verbindet sie mit den Anschlüssen GND (Pin5) und DTR (Pin6). Man kann den Versuch auch etwas ordentlicher aufbauen und ein spezielles Anschlusskabel verwenden.

Quick and dirty ...
Mit der Einstellung „Local" startet man das Systemprogramm HotSync auf den Palm. Wenn alles richtig angeschlossen ist, leuchtet die LED. Der Palm sucht einige Zeit nach dem angeschlossenen PC und beendet seinen Versuch dann mit einer Fehlermeldung: Da der PC nicht gefunden werden konnte, kann man selbst die Verbindungsaufbau unterbrechen und damit ganz gezielt die LED ausschalten.

Start des Hotsync auf dem Palm
Zusätzlich zu DTR gibt es noch den Anschluss RTS am Anschluss 8 der DB9-Buchse. Auch hier kann die LED angeschlossen werden. Das Ergebnis ist das gleiche. Auch RTS lässt sich mit dem Palm ein- und wieder ausschalten. Die Leitung wird gleichzeitig mit DTR bedient. Es können also auch zwei LEDs verwendet werden. Aber im Moment ist eine unabhängige Steuerung noch nicht möglich. Dieses Ziel wird erst später mit eigenen Programmen erreicht.
Auf der Suche nach weiteren Ausgängen stößt man auf die Leitung TXD. Wenn man hier in der gleichen Polung eine LED mit Vorwiderstand anschließt, sieht man nur ein schwaches Flackern. Dies sind die Sendeversuche des Palm, der vergeblich den PC sucht. Man kann jedoch die LED auch einmal umpolen. Nun erhält man ein ganz anderes Ergebnis: Die LED leuchtet fast kontinuierlich. Die Spannung muss also negativ sein.
Die ersten Versuche mit dem Programm HotSync habe drei Ausgänge gezeigt, mit denen man für mögliche Steuerungen einiges anfangen kann. Zusätzlich gibt es auch Eingänge, die im Folgenden noch genauer untersucht werden.
Literatur: Messen, Steuern und Regeln mit Word u. Excel

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