Elektronik - Grundlagen. Tipps und Tricks rund um Platinen
Defekte Platine reparieren
Als Anfänger braucht man zum Löten manchmal etwas länger.Wenn man Pech hat, lösen sich durch die größere Hitze das Lötauge oder die nahe Leiterbahn von der Platine. Eine schöne „Bescherung" - trotzdem nicht den Mut verlieren, denn solche Platinen lassen sich reparieren.
von Dieter Schulz
Kaputte Leiterbahn mit Drahtbrücke auf Vordermann bringen
Zuerst müssen Sie feststellen, wie weit sich die Leiterbahn gelöst hat. An zwei Stellen, wo sie noch gut haftet, schneiden Sie vorsichtig mit einem scharfen Tapetenmesser den losen Teil heraus. Jetzt überbrücken Sie das fehlende Stück Leiterbahn mit einem dünnen Draht.
Da Leiterbahnen häufig mit einer isolierenden Lackschicht überzogen sind, müssen Sie diese auf einer Länge von rund 3 mm bis 5 mm vorsichtig mit dem Messer oder einem kleinen Schraubenzieher abschaben. Achten Sie darauf die Leiterbahn dabei nicht zu beschädigen.
Das freigelegte Leiterbahnstück mit feinem Schmirgelpapier etwas anrauen und mit Lot verzinnen.
Ganzen Artikel lesen...
Für die Drahtbrücke kann man einen abgezwickten Anschlussdraht von einem eingebauten Bauteil verwenden - vorausgesetzt, der blanke Draht kann keinen Kurzschluss verursachen. Im Zweifel greifen Sie auf einen isolierten, rund 0,5 mm2 dicken Leiter zurück. Auch die Drahtbrücke vor dem Einlöten an den Enden sollten Sie verzinnen, damit das Lot besser haftet.
Den verzinnten Draht sicher auf die Leiterbahn legen, gegen Verrutschen sichern und auf einer Seite anlöten.
Nach dem Abkühlen der Lötstelle biegen Sie die Drahtbrücke bei Bedarf mit einer Elektronikerflachzange vorsichtig zurecht. Schließlich löten Sie das andere Drahtende an die gegenüberliegende Seite der defekten Leiterbahn an und zwischen den überstehenden Leiter ab - fertig
Kaputtes Lötauge mit Anschlussdraht überbrücken
Hat sich ein Lötauge gelöst, ist bei der Reparatur ähnlich vorzugehen wie bei der kaputten Leiterbahn. Die Lösung liefern die langen Anschlussdrähte des Bauteils, das man an dieser Stelle einlöten möchte, und die Leiterbahn am defekten Lötauge. Zuerst den Schutzlack der Leiterbahn auf einer Länge von 3 mm bis 5 mm mit dem Messer abschaben, wo sie noch gut haftet.
Diese Stelle danach mit feinem Schmirgelpapier anrauen und danach verzinnen. Jetzt den Anschlussdraht des Bauteils durch die Bohrung des defekten Lötauges stecken um 90 Grad in Richtung der verzinnten Leiterbahn umbiegen und ausrichten. Achten Sie darauf, dass das blanke Anschlussstück keinen Kurzschluss mit benachbarten Lötpunkten oder Leiterbahnen verursacht.
Zur Absicherung können Sie über den Drahtanschluss ein Stück Isolierung stülpen. Dazu eignet sich der Kunststoffmantel eines zuvor abisolierten Drahtstücks mit vergleichbarem Querschnitt. Den Kunststoffmantel auf die benötigte Länge zurechtschneiden und über den Drahtanschluss stülpen.
Danach den Drahtanschluss an den verzinnten Punkt der Leiterbahn löten - fertig. So eingelötete Bauteile halten zwar nicht so fest wie üblich eingelötete, aber bringen die Schaltung wieder zum Laufen. Seien Sie etwas vorsichtig sein, wenn Sie die reparierte Platine ins Gehäuse einbauen.
Die passende Ergänzung zu diesem Artikel:
 | Richtig löten E-Book, 128 Seiten, 7,6 MB ISBN 978-3-7723-3882-3 Sofort downloaden, sofort nutzen
9,99 € 
|

Lernen Sie die ganze Vielfalt vom Franzis Buch- und Softwareverlag kennen