Elektronik - Experimente - Oszillatoren:
Lowpower-Oszillatoren
Es begann mit Versuchen an Ringoszillatoren. Zuerst wurden mal 3 x 1 MegOhm und 3 x BC549C probiert, und es läuft sogar noch bei 0,4 V. Eine Fotodiode BPW34 als kleine Solarzelle reicht für die Stromversorgung. Sonnenlicht oder eine Taschenlampe reichen, und schon schwingt die Schaltung.
von Norbert Renz
Germanium-Transistoren brauchen noch wesentlich weniger Spannung. Mit 3 x AC185VII und 3 x 100 Ohm läuft die Schaltung sogar bis 140 mV!
Ich habe dann noch die drei Widerstände mit 100 Ohm durch Drosseln zu je 4 mH ersetzt.
Die Schaltung läuft jetzt bei 40 mV! Da haben Tunneldioden jetzt schon Mühe...
LC-Oszillatoren
Ich habe noch einen Einzeltransistor, mit einem 1:1-Übertrager für die Rückkopplung, ausprobiert, da läuft der Germane sogar schon ab VCC 28 mV (Speisung an die Mittelanzapfung, Basis und Kollektor direkt).
Eine Tunneldiode läuft da jedenfalls, sicher nicht mehr. Einen kleinen Elko an die Speisung hängen, nicht vergessen.
Ein AC128 Einzeltransistor, mit einem 1:9-Übertrager für die Rückkopplung, läuft bei mir jetzt ab VCC 22 mV.
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Der steht jetzt bei mir auf dem Fensterbrett und macht mit einer BPW34 und 10 uF ab jetzt jeden Tag bei 6,7 kHz automatisch "Sinuswellen". (Den Piezo habe ich wieder weggetan, ist ja nicht zum Aushalten.) Der Übertrager für den AC128 stammt aus der Bastelkiste und es steht nur Siemens & Halske drauf, ist aber ein NF-Teil. Habe jetzt drei BPW34 dran, dann läuft es auch im Dämmerlicht. Den Newport Übertrager habe ich jetzt mit 1:3 angeschlossen, das kommt besser.
Und es geht auch als HF-Oszillator.
Auf einem Stückchen Ferritstab wurde zweimal 30 Windungen aufgebracht. Mit 330 pF ergibt sich eine Resonanz im unteren Mittelwellenbereich. Die Frequenz ist etwas von der Betriebsspannung, also vom Licht abhängig. In einem MW-Radio hört man Interferenzen. Der Oszillator pfeift sich durch den Bereich 550 kHz bis 700 kHz.
Step-Up-Wandler
Die ganze Sache ist auch für Stromversorgungen zu gebrauchen.
Im Internet gefunden: Ultralow Voltage Step-Up Converter and Power Manager LTC3108. Die lassen da anscheinend einen normalen Mosfet mit 20 mV laufen.
Quelle: Linear Technology Corporation
Versuche mit FETs scheinen sich zu lohnen. Ein BF245A lief schon ab 400 mV.
Der vorläufige Rekord auf dem Basteltisch liegt bei einem speziell vorbehandelten BS170. Normalerweise braucht der BS170 ca. 2 V am Gate. Aber dieser wurde versehentlich mit Überspannung gequält, wobei sich seine Kennlinie verschoben hat (vgl. Oszillatoren mit dem MOSFET BS107).
Dieser Transistor schwingt nun lustig auf Mittelwelle. Zur Stromversorgung ist wieder eine BPW34 engagiert. Diesmal reicht schon eine Spannung von 150 mV und ein Versorgungsstrom von 3 µA, um den Oszillator anschwingen zu lassen. Weniger als 0,5 µW, Lowpower eben.
Der kaputte BS170 hat noch eine Idee gebracht. Bei Powerfets kann man das Gate aufladen und es bleibt auch über Monate hinweg geladen. Ich habe mit einem Powerfet den Oszillator aufgebaut und das Gate aufgeladen. Der Fet läuft dann mit 25 mV Vcc!
Allerdings ist der Mica noch zu schlecht, so dass nach ca. 30 Minuten nachgeladen werden muss. Ein besserer Kondensator oder eine Knopfzelle könnten die Betriebszeit ev. auf Jahre verlängern. Ich habe dann einen Styroflex reingetan und der Fet blieb die ganze Nacht durchgeschaltet, viel besser als .Glimmer...
Der Eingang am 1-M-Widerstand wird zunächst auf 6 V aufgeladen und dann vorsichtig mit dem Finger entladen, bis die Schwingungen einsetzen. Die Gatespannung bleibt dann lange konstant. Der Oszillator läuft ab 25 mV. Das ist der derzeitige Rekord.
1-mV-Oszillator mit Logic Level FETs
Neue Rekorde: FET schlägt Germanium. Ich habe noch mit Logic Level-FETs rumprobiert
Einer läuft jetzt noch mit 19 mV. Type 14N05L. Vielleicht gibts noch bessere? Die Gatespannung muss allerdings genau eingestellt werden. Neu ist, dass da am Übertragerausgang noch eine 1N4148 sitzt, um die negativen Spitzen zu klippen, sonst gehen die Fet sofort kaputt. Der Kondensator ist jetzt Styroflex mit 3.3 nF. Ringkernübertragern und mit höherem Übersetzungsverhältnis habe ich auch probiert, ist aber nicht mehr besser geworden.
Geschafft, mit einer Siemens Gleichtakt-Ferrit-Drossel (2 x 10 mH) als Übertrager läuft die Schaltung jetzt mit < 1mV und 30 kHz.
Die Speisung musste ich mit einem niederohmigen Spannungsteiler machen, da das Netzgerät bei 1 mV nicht mehr so richtig mitarbeitete. Übersetzung ist so geschätzt 1:60. Die Gatespannung ist so ca. 1,5V.
370 µV
Ich habe die Siemens-Drossel jetzt noch mit dünnem Draht vollgewickelt, bis zu einem ü von ca. 1:400.
Der Oszillator schwingt jetzt mit 370 Mikrovolt und 50 Mikroampere bei 7.8 kHz. Ein Wermutstropfen ist, dass für einen Schaltregler mit z.B. 1 mW ein Eingangsstrom von über 3 A benötigt würde, das wäre wohl ein Problem. Ich habe keine Ahnung, wo die Grenze liegt. Auf jeden Fall unglaublich.
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