Zur Verdeutlichung der technischen und auch rechtlichen Abgrenzung zwischen Netzbetreiber und Kunde wird die erste Telefondose oft als 1. TAE bezeichnet. Die Verbindung zwischen dem eigenen Telefonanschluss und der zuständigen digitalen Vermittlungsstelle DIV wird über die zweiadrige Anschlussleitung AL hergestellt.
Übrigens wird auch beim ISDN-Anschluss dieselbe zweiadrige AL genutzt. Denn auch ISDN benötigt für die Verbindung zwischen Teilnehmer und Vermittlungsstelle nur zwei Kabeladern, und das trotz mehrerer Rufnummern und trotz zweier Nutzkanäle ... doch davon später mehr!
An einer digitalen Vermittlungsstelle sind alle Telefonanschlüsse aufgeschaltet, unabhängig davon, ob es sich um analoge oder um ISDN-Anschlüsse handelt. Obwohl voll digitalisiert, besitzen sie Baugruppen bzw. Module, die das Aufschalten und Betreiben der analogen Telefonanschlüsse problemlos ermöglichen. Die digitale Vermittlungstechnik ist also für die analoge Technik aufwärtskompatibel.
Man kann es beispielhaft vergleichen mit einem DVD-Player. Der ist gleichfalls kompatibel zur CD-Technik und muss somit in der Lage sein, neben dem Abspielen von DVDs auch weiterhin das Abspielen von CDs zu garantieren.Dagegen ist ein CD-Spieler nicht in der Lage, DVDs abzuspielen.
An einem analogen Telefonanschluss können nur solche Geräte direkt betrieben werden, die ausschließlich analoge Signale erzeugen bzw. aussenden. Das ist im Regelfall bekanntlich nur das Telefon selbst und das Faxgerät. Will man andere Geräte, wie zum Beispiel einen PC, am analogen Anschluss betreiben, muss man beachten, dass es sich hierbei um ein digitales Endgerät handelt, das natürlich nicht ohne Weiteres am analogen Anschluss betrieben werden kann.
Die digitalen Signale des PCs müssen am analogen Telefonanschluss in analoge umgewandelt werden. Deshalb der Weg über das Modem, das diese notwendige digital-analog-Umwandlung vornimmt. Die Signalübertragung zwischen Nutzer und Vermittlungsstelle erfolgt beim analogen Telefonanschluss trotz der Aufschaltung auf die rechnergestützten Vermittlungsstellen nach wie vor analog.
Im Bild sind die grundsätzlichen Telefonanschlussarten an einer digitalen Vermittlungsstelle schematisch dargestellt.
Es existieren der herkömmliche analoge Anschluss, der ISDNBasisanschluss als Mehrgeräteanschluss, der ISDN-Basisanschluss als Anlagenanschluss und der ISDNPrimärmultiplexanschluss für große Kommunikationsanlagen (TK-Anlagen).
Alle ISDN-Anschlüsse werden beim Nutzer mit einem NTBA bzw. NTPM abgeschlossen. NTBA steht für Network Termination Basis Anschluss. Der NTBA realisiert im Übertragungsabschnitt zwischen DIV und Nutzer den erforderlichen Zweidraht-Vierdraht-Übergang.
Das ist auch der technische Grund dafür, warum die Telefonanschlussleitung des analogen Anschlusses ebenso vom ISDN-Anschluss genutzt werden kann. Erst mit dem Einsatz eines NTBA und mit der entsprechenden Aufschaltung in der DIV kann man vom digitalen Telefonanschluss sprechen. Damit ist die angestrebte durchgehende Digitalisierung von Endgerät zu Endgerät vorhanden und es können am NTBA digitale Endgeräte wie zum Beispiel Computer, ISDN-Telefone oder ISDN-TK-Anlagen angeschaltet werden.
Eine Umwandlung der digitalen Signale in analoge ist nun nicht mehr erforderlich. Aber dafür ist jetzt zu beachten, dass am NTBA keine analogen Endgeräte mehr angeschaltet werden können. Nun müssen also die analogen Signale digitalisiert werden. Das geschieht in der Praxis durch sogenannte a/b-Wandler als separate Geräte oder meist durch den Einsatz von kleinen TK-Anlagen, an die nunmehr die analogen Geräte angeschaltet werden.
Die unterschiedliche Technik zwischen einem analogen und einem digitalen Telefonanschluss
Beim analogen Anschluss sind die Endgeräte zweiadrig an die TAE-Dose angeschlossen. Die menschliche Sprache wird im Telefonmikrofon in elektrische Ströme umgewandelt und diese werden zur DIV übertragen. Die elektrischen Werte sind analog der Sprache bzw. analog des Nachrichteninhaltes.
Deshalb spricht man vom analogen Anschluss. Als Anschlusskomponenten werden die bekannten TAEDosen und TAE-Stecker verwendet
Beim digitalen Anschluss werden die Endgeräte vieradrig an den NTBA angesteckt. Die digitalen Endgeräte selbst erzeugen naturgemäß nur digitale Signale, die gleichfalls über die vorhandene Anschlussleitung zur DIV übertragen werden.
Der digitale Telefonanschluss wird in der Praxis durch das ISDN realisiert. ISDN steht für Integrated Services Digital Network und heißt übersetzt: diensteintegrierendes digitales Fernmeldenetz. Der ISDNAnschluss ist also ein digitaler Anschluss.
Übrigens unterscheidet der Netzanbieter Deutsche Telekom auch begrifflich diese beiden grundsätzlichen Anschlussarten durch die Bezeichnungen T-Net für den analogen und T-ISDN für den digitalen Telefonanschluss.
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