Zudem differenzieren sich Kondensatoren auch noch in solche, bei denen es - ähnlich wie bei den Widerständen - auf die Polarität nicht ankommt und in solche, bei denen auf die richtige Anschlusspolarität strikt geachtet werden
muss.
Im Gegensatz zu einem Widerstand verhält sich ein Kondensator für den Gleichstrom als „undurchlässig" und für den Wechselstrom als „leitend". Je größer die Kapazität des Kondensators und je höher die Frequenz des ihm zugeführten Wechselstroms ist, desto besser lässt er den ihm zugeführten Wechselstrom, sowie auch die ihm zugeführte Wechselspannung, durch. Diese Eigenschaft erweist sich als sehr nützlich bei Anwendungen in der Unterhaltungselektronik, Audiotechnik, Fernmeldetechnik, Steuer- und Regeltechnik, sowie auch bei diversen Einsatzgebieten in der Starkstromtechnik. Eine ziemlich breite Anwendung finden hier kleine Kondensatoren u.a. in Entstörfiltern. Hier filtrieren sie aus der Netzspannung unerwünschte Störimpulse heraus.
Größere Elektrolyt-Kondensatoren können zudem eine gewisse Portion elektrischer Energie speichern. Man kann sie - ähnlich wie Akkus - mit einem Gleichstrom (darunter auch mit pulsierenden Gleichstrom) aufladen. Sie werden u.a. als Glättungskondensatoren in Netzgeräten, als Energiequellen für Absicherung von Daten bei Netzspannungsunterbrechung oder anstelle von Batterien als Energiespeicher in kleinen solar betriebenen Geräten
verwendet.
Wozu ein Kondensator in der Praxis gut sein kann, lässt sich am einfachsten mit Beispielen von konkreten Anwendungen erläutern - worauf wir noch zurückkommen werden.
Erst sehen wir uns aber kurz an, was man sich unter einem Kondensator vorstellen dürfte.
In Schulbüchern steht, dass ein Kondensator prinzipiell aus zwei elektrisch leitenden Flächen besteht, zwischen denen sich ein so genanntes Dielektrikum befindet (das sie voneinander isoliert). Im einfachsten Fall kann hier als Dielektrikum nur die Luft dienen.
Ein ähnliches Prinzip wird noch bei Kondensatoren (Drehkondensatoren) angewendet, die in der Elektronik als Abstimmkondensatoren ausgeführt sind.
Hier handelt es sich jedoch nicht um zwei Platten, sondern um mehrere dünne Platten, die ineinander beliebig tief hineingedreht werden können.
Dadurch verändert sich die so genannte Kapazität des Kondensators und man kann mit ihm z.B. eine Frequenz abstimmen.
Die zwei wichtigsten Parameter eines Kondensators sind seine Kapazität und seine maximal zulässige Betriebsspannung. Die Kapazität eines Kondensators wird in Farad (F), Mikrofarad (μF), Nanofarad (nF) und Pikofarad (pF) angegeben.
1000 pF = 1 nF, 1000 nF = 1 μF und 1 μF = 0,000 001 F (Farad).
Die zulässige Betriebsspannung wird meist auf die Kondensatoren direkt aufgedruckt. Auf Elektrolyt-Kondensatoren ist - ähnlich wie z.B. auf Batterien - immer auch die Anschlusspolarität angegeben.

Die meisten handelsüblichen „nicht polaritätsabhängigen" Kondensatoren werden nach einem Prinzip hergestellt, das gewissermaßen an die Herstellung von Zigarren erinnert: Zwischen zwei Alufolien wird als Dielektrikum z.B. eine Kunststofffolie eingelegt, der ganze Streifen wird dann einfach wie eine Zigarre zusammengerollt und danach in beliebigen Kunststoff eingegossen.
Im Gegensatz zu der Zigarre muss hier der Hersteller allerdings an jede der zwei Folien ein Drähtchen anbringen, denn so ein Kondensator benötigt - ähnlich wie ein jeder intakte Widerstand - auch zwei Anschlüsse.
Wie bereits erwähnt wurde, sind die Formen der Kondensatoren sehr unterschiedlich.
Zudem teilen sich Kondensatoren auch noch in solche, die polaritätsunabhängig angeschlossen werden dürfen, und in solche, bei denen auf die richtige Polarität wiederum unbedingt geachtet werden muss (andernfalls wird der Kondensator vernichtet oder funktioniert nicht).
Beruhigend ist jedoch, dass sowohl in elektronischen Schaltplänen, als auch auf den meisten gängigen Kondensatoren die Polarität angegeben ist.
Auch aus den Schaltzeichen der Kondensatoren geht hervor, ob sie polaritätsunabhängig oder polaritätsabhängig angeschlossen werden müssen.
Zu den letzteren gehören vor allem Elektrolyt- und Tantal-Kondensatoren.
Sie sind mit der PLUS-Seite immer in Richtung der PLUS-Spannung und mit der MINUS-Seite in Richtung der MINUS-Spannung (oder Masse) anzuschließen. Ansonsten können sie platzen bzw. explodieren.
Früher hatten fast alle Kondensatoren überwiegend die Form einer Zigarre bzw. ähnelten einem Widerstand „mit Übergewicht".
Moderne Kondensatoren haben oft einen flachen Körper, aber werden - soweit es sich um Folienkondensatoren handelt - auf eine ähnliche Weise wie die runden Kondensatoren „zusammengerollt" oder wie die Blätter eines Buches zusammengesetzt.
Rund sind immer noch die meisten elektrolytischen Kondensatoren geblieben.
Sie werden ähnlich hergestellt wie die „gerollten" Folienkondensatoren, aber haben als Dielektrikum kein festes Material, sondern nur einen Elektrolyt. Er muss die zwei Alufolien (= die zwei Pole des Kondensators)
isoliert voneinander halten. Das gelingt ihm nur dann, wenn er auch polaritätsgerecht angeschlossen wird. So ein elektrolytischer Kondensator darf auf keinen Fall an eine Wechselspannung angeschlossen werden. Da knallt
sein Dielektrikum sofort durch und er ist nicht mehr brauchbar.
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