Vorstellung Elektronik-Software
elo formel 5
Dieses Softwarepaket von Norbert Müller hat bereits eine lange Tradition seit 1994. Es wurde ständig weiter entwickelt und liegt nun in der Version 5 vor. Der Anwender bekommt eine umfangreiche Sammlung praktisch einsetzbarer Rechenprogramme für das Elektronik-Labor. Dabei geht es um ganz einfache Aufgaben, die man auch noch mit dem Taschenrechner lösen könnte und um komplexe Aufgaben, bei denen es ohne Softwareunterstützung nicht mehr geht.
von Burkhard Kainka
Beispiel Ohmsches Gesetz:
Ich kann wählen welche Werte ich eingeben will, die Rechnung passt sich automatisch an.
Welche Spannung liegt an einem 50-Ohm-Antennenkabel bei einer Leistung von 500 Watt?
Ohne Software müsste man erst mal ein paar Formeln umstellen. Hier können 500 W und 50 Ω eingegeben werden.
Das Programm berechnet dann U=158V und I=3,2 A. Kurze Probe im Kopf: 160 V mal 3 A ist ca. 500 W, stimmt!
Beispiel Spannungsteiler: Wenn man sich vorstellt wie viele Stunden Rechenarbeit pro Jahr in allen Elektronik-Labors zusammen anfallen, da könnte man schon einiges sparen.
Ich möchte z.B. aus 5 V die Teilspannung 1,2 V machen. Einer der Widerstände soll 10 kΩ bekommen.
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Die drei Werte eingegeben, ein Klick auch „rechne" und schon sind alle Fragen beantwortet, auch die, die ich mir vorher gar nicht gestellt hatte. Falls hier zu viel Leistung verbraten wird würde ich es bemerken.
Beispiel Schwingkreis: Hier wird nicht nur L, C und f berechnet sondern auch noch die Dämpfung berücksichtigt.
Ich will z.B. die Verhältnisse im Retro-Radio abschätzen. Der Drehko reicht bis 265 pF, die untere Grenze sollte bei 530 kHz liegen.
Die Güte 50 ist geschätzt. Das Programm berechnet die Induktivität des Schwingkreises, den Dämpfungswiderstand und die Bandbreite.
Die Bandbreite erscheint mir zu groß. Also war wohl die Güte zu gering geschätzt.
Manche Themen waren mir neu wie z.B. die Optimierung von LC-Werten.
Ich will z.B. einen Schwingkreis für 3,5 MHz bauen. Nur die Frequenz wird eingegeben, dann kommt ein Vorschlag: 19 µH und 110 pF. So in die Richtung hätte ich es rein aus der Erfahrung auch gemacht, aber wo liegt die Regel? Da hilft ein Klick auf das „Buch". Nun erfahre ich, wie hier gerechnet wurde. Wie war das noch? „Des Ingenieurs Bedenken schwinden, wenn sich Theorie und Praxis finden."
Hochpass/Tiefpassfilter sind auch so ein Thema wo jede Menge Zeit allein schon mit der Suche nach dem Taschenrechner versickert. Also gut, 1 kΩ und 100 nF, was kommt dabei raus?
1,6 kHz, ich erinnere mich das schon mal gerechnet zu haben. Aber jetzt kommt noch eine graphische Auswertung hinzu. Ich kann leicht ablesen, dass bei 5 kHz noch ca. 10 % durchkommen.
Pegelunterschiede in Dezibel umrechnen, das hatte ich letztens mal und habe mir mit einer Tabelle im Internet beholfen, weil ich mit dem Logarithmus meines Taschenrechners auf Kriegsfuß stehe.
Hier ist es ganz bequem: 400-fache Spannungsverstärkung entspricht 52 dB.
Und dann gibt es ja auch noch solche Themen, da will man es eigentlich gar nicht so genau wissen, nur eine Lösung muss her.
Kürzlich kam das Thema PID-Regler auf den Tisch.
Ich muss sagen, da fehlt mir der Durchblick. Im Moment wüsste ich nicht mal welche sinnvollen Werte ich eingeben könnte. Da ist dann wieder das integrierte Handbuch gefragt. Irgendwie kann man sich sicher auch an dieses Thema herantasten.
Was ich jetzt hier ausprobiert und vorgestellt habe ist nur ein ganz kleiner Teil der Funktionen dieser Software. Aber ich bin mir sicher, dieses Softwarepaket erfüllt seinen Zweck. Es spart Zeit und Frust im Elektronik-Labor!
Burkhard Kainka
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