Tipps und Tricks zum Aufbau elektronischer Schaltungen auf Breadboards, Teil 3
von Günter Spanner

Kontaktfedern optimieren, reparieren und reinigen
Die Kontaktfedern sind für Drahtdurchmesser von 0,3 - 0,8 mm optimiert. Dünnere Drähte können zu Kontaktproblemen führen. Zu große Drahtdurchmesser biegen die Kontaktfedern zu weit auf, sodass diese Schaden nehmen können. Insbesondere wenn die Steckplatinen noch neu sind, kann das Einstecken der Drähte einigen Kraftaufwand erfordern. Hier ist es günstig, eine stärkere Pinzette oder eine Flachzange zu Hilfe zu nehmen. Ideal ist es, wenn die Spitze des Werkzeugs mit Gummischlauch oder Klebeband überzogen wird, da dann die Bauteile geschont werden und das Werkzeug einen besseren Griff hat.

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In einigen Fällen kann es günstig sein, die Kontaktfedern mit einer Stecknadel etwas aufzuweiten. Allerdings sollte man dabei bedachtsam vorgehen, da eine zu starke Aufweitung aus den obengenannten Gründen zu Kontaktproblemen führen kann. Sollte sich trotz aller Vorsicht einmal eine Steckfeder im inneren des Breadboards verbogen haben, so kann man diese entsprechend kennzeichnen und einfach nicht weiterverwenden. Allerdings ist auch eine Reparatur möglich. Hierfür muss nur der Klebeschaumstoff auf der Rückseite des Boards entfernt werden, dann sind die einzelnen Federn zugänglich. Allerdings ist das Entfernen dieses Schaumstoffes in den meisten Fällen recht mühsam, bei einem älteren Board mit mehreren schlechten Kontakten kann sich der Aufwand aber durchaus lohnen.

Ist der Klebeschaumstoff erst einmal entfernt, können die Kontaktfedern einzeln entnommen werden. Nach dem Zurechtbiegen werden sie wieder eingesetzt und die Rückseite des Breadboards kann mit doppelseitigem Teppichklebeband wieder verschlossen werden.

Bei sachgerechtem Gebrauch sollte dieses Vorgehen aber nur in Ausnahmefällen erforderlich sein, denn die Boards erreichen eine hohe Lebensdauer. Typische Herstellerangaben nennen mindestens 1000 Steckzyklen ohne erkennbare Abnutzungserscheinungen.
Breadboards auf Metallträgerplatten?
Oft werden Breadboardsysteme auf Metallträgerplatten geliefert. Bei HF-Anwendungen kann dies ungünstig sein: es ergibt sich zusätzliche Streukapazität! Hier ist es besser, Trägerplatten mit geringer Dielektrizitätskonstante zu verwenden. Bei kritischen HF-Anwendungen ist spezielles HF-Platinenmaterial das Mittel der Wahl.
Abblockkondensatoren in der Spannungsversorgung
Viele Probleme mit unerwünschten Schwingungen und Störungen lassen sich durch Einsatz sogenannter Stützkondensatoren vermeiden. Diese werden einfach an geeigneter Stelle in die Spannungsversorgungsschienen eingebaut. Einige 100 µF als größere Energiespeicher parallel zu 100 nF Kondensatoren für schnellen Spannungsausgleich wirken hier oft Wunder.

HF-Anwendungen
Zum Abschluss noch ein Wort zu HF-Anwendungen auf Breadboards. In der Übersichtstabelle wurde ein Maximalfrequenzwert von ca. 300 MHz angegeben. Frequenzen dieser Größenordnung kommen im Hobbybereich relativ selten vor und stellen schon vergleichsweise hohe Anforderungen, sowohl an die erforderliche Messtechnik als auch an die Erfahrung des Anwenders. Außerdem ist in diesem Bereich bereits mit erheblicher Störabstrahlung zu rechnen, sodass die Regeln der Elektromagnetischen Verträglichkeit (EMV) zu beachten sind. HF-Sender oder Ähnliches dürfen ohnehin nur von Fachleuten oder lizenzierten Funkamateuren aufgebaut werden. Die Anwendung von Breadboards erfordert hier entsprechende Erfahrung in der Signalführung.
Aber auch bei geringeren Frequenzen kann es hilfreich sein, wenn einige Regeln beachtet werden. Bereits ab dem Mittelwellenbereich (ca. 1 MHz) können sich parasitäre Kapazitäten bemerkbar machen. Hier ist es z. B. hilfreich, jede 2. Kontaktfeder aus dem Breadboard zu entfernen. Durch die nun größeren Abstände reduzieren sich die schädlichen Zusatzkapazitäten deutlich. Auch das Entfernen der Busschienen an den beiden Seiten der Boards führt zur weiteren Reduktion der Kapazitäten. Bei geschicktem „Layout" kann so durchaus noch ein funktionsfähiger UKW-Superhet (88-108 MHz) auf einem Breadboard aufgebaut werden.

Bei kritischen Anwendungen sollten die „heissen" d. h. HF-führenden Schaltungsteile auf ein Trägerplättchen montiert werden. Heisse Leitungen werden dann in einer zweiten Eben oberhalb des Breadboards verlegt. Die folgende Abbildung zeigt einen 30 MHz Rechteckgenerator dessen HF-Ausgang nur mit einem Kelchkontakt verbunden ist. Über diesen Kelchkontakt kann das HF-Signal verlust- und verzerrungsarm über blanken Silberdraht ausgekoppelt werden.

Siehe auch: OPV-Typen

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