Ratgeber: Schaltungstechnik
AM-Modulator 3,6 ... 36 MHz
Mit diesem Modulator kann mit jedem beliebigen Quarz zwischen 3,6 und 36 MHz auf der Quarzfrequenz gesendet werden. Die Reichweite beträgt ca. 0,5...2 Meter, wenn man die Schaltung so aufbaut wie im Plan beschrieben.
von Stefan Klaus
Mit diesem Modulator kann man so seine Lieblingsmusik in einem beliebigem Kurzwellenradio in Sendereichweite des Modulators hören - vorausgesetzt man wählt den richtigen Quarz (Eine Frequenz die der Radio auch empfangen kann).

Der Klang des Modulators ist trotz seiner Einfachheit überraschend gut.
Er kann zwar sicherlich nicht mit einer richtigen Radiostation "konkurrieren" jedoch macht der Klang doch schon ganz nett was her.
Aufgrund der Einfachheit ist diese Schaltung besonders Elektronik Einsteigern zu empfehlen.
Der Transistor BC548B ist als Quarzoszillator geschaltet.
Mit dem Trimmkondensator kann die Quarzfrequenz geringfügig (wenige kHz) nachgeregelt werden. Aufgrund des einfachen Schaltungsdesigns schwingen die meisten Quarze aber nicht genau auf Ihrer Grundwelle sondern oft etwas darüber (wenige kHz).
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Weiterhin sorgt der Trimmkondensator bei Quarzen an der unteren Frequenz-Grenze dafür, dass der Oszillator genug belastet wird, und der Quarz anschwingt.
Das erzeugte Hochfrequenzsignal geht auf eines der Gates des BF 961, und wird dort mit dem Tonsignal gemischt, welches an dem anderen Gate anliegt. Das Resultat ist eine amplitudenmodulierte Hochfrequenz, welche am Drain-Anschluss abgegriffen werden kann.
Aufgrund der Einfachheit der Schaltung sollte man keine lange Antenne anschließen, da hier ein Tiefpass fehlt, und die Schaltung auch eher als Modulator konzipiert wurde (für einen echten "Sender" bräuchte man noch ein paar Teile).
Die Sendeantenne sollte nicht länger als 20 cm sein (wie auf dem Foto zu sehen ist nur ein Stück Draht), da der Sender keinen Tiefpass besitzt und so eine Menge Oberwellen über die Sendeantenne abgestrahlt werden. Oberwellen sind Frequenzen die einem Vielfachen der Grundwelle entsprechen (die Grundwelle ist die Frequenz, auf der der Modulator sendet bzw. die, welche dann empfangen werden soll).
Ein Beispiel: Verwendet man einen Quarz auf 8,0 MHz schwingt, so kann man den Modulator auf ca. 8MHz empfangen... Besitzt man entsprechende Empfänger, wird man aber feststellen, dass auch ein starkes Signal (eben vom Modulator) auf 16, 24, 32, 40 MHz (... das könnte man lange fortsetzen) empfangbar ist. Richtige Sender haben für ein Tiefpassfilter das dafür sorgt, das nur die Grundwelle - in diesem Fall wären das 8 MHz - von der Antenne abgestrahlt wird, die Oberwellen werden stark abgeschwächt.
Würde man einen Tiefpass einbauen, der z.B. alles über 8 MHz abschwächt, hätte das wohl den Effekt, dass das Sendesignal bei Quarzen ab ca. 10 MHz schon schwächer würde. Daher hat dieser Modulator keinen Tiefpass, und daher sollte man auch keine längere Antenne als maximal einen 20 cm langen Draht anschließen. Denn die Oberwellen gehen bis in den UKW Bereich - und noch weiter. Würde man hier einfach eine längere Antenne anschließen (1m oder länger, um eine bessere Sendereichweite zu bekommen) könnte trotz der eigentlich niedrigen Sendeleistung irgendein anderer Funkdienst durch die Oberwellen des Modulators gestört werden. Steckt man nur eine kurze Antenne an beträgt die Reichweite der Oberwellen in der Praxis weniger als 10 Meter.
Der Plan ist selbsterklärend. Auf die eher komplexe Darstellung des BF961 wurde verzichtet, und er wurde im Plan so eingezeichnet, wie er auch angeschlossen werden soll. Das FET besitzt 4 Anschlüsse, wie sie auf dem Plan zu sehen sind. Der längere Anschluss im Plan entspricht auch dem längeren Anschluss des BF 961 (Drain-Anschluss). Man bekommt alle Teile, die man für diesen Modulator benötigt für wenige Euro bei Reichelt (Quarz mitbestellen...). Der Modulator kann auch problemlos auf einer Lochrasterplatine aufgebaut werden, und würde wahrscheinlich sogar "wild verdrahtet" ohne Platine funktionieren. Beim Audioeingang geht der äußere Anschluss auf Masse, wie im Plan zu sehen ist - der innere Kontakt wird dort angeschlossen wo der Kondensator und der Widerstand in Reihe geschalten sind. Als Antenne verwendet man irgendeinen beliebigen Draht, der nicht länger sein sollte als 20cm.
Ich weise hier darauf hin, das der Betrieb dieses Modulators in Deutschland nur Personen mit entsprechender Lizenz (z.B. Funkamateuren - als Prüfsender) erlaubt ist. Hat man den Modulator zusammengebaut, kann man ihn am 9V-Block anstecken. Das Radio stellt man dann auf die Quarz-Frequenz ein. Es sollte dabei mit der Empfangsantenne relativ nahe an der Sendeantenne liegen (ca. 10 cm Abstand). Nun sollte man den Sender hören können - ist das Signal verzerrt, stellt man die Frequenz am Radio genauer ein. Sollte man dennoch nichts hören, empfiehlt sich am Trimmkondensator zu drehen. Bei Quarzen welche eine Frequenz von weniger als ca.6 Mhz haben, schwingt der Oszillator bei zu wenig Belastung nicht an. Hier sollte man einfach am Trimmkondensator drehen. Ist dieser Schritt abgeschlossen, braucht man eigentlich nur noch einen Discman o.ä. (Portable Geräte sind hier am besten um möglichst wenig "Störstrahlung" durch Oberwellen abzustrahlen) am Audio in anschließen und die Lautstärke so lange erhöhen, bis die Tonwiedergabe laut, aber nicht verzerrt ist.
Siehe auch:
Ein amplitudenmodulierter Sender mit 13,56 MHz
Amplitudenmodulation mit E90CC
Amplitudenmodulation mit ECF80
Der Mittelwellen-Modulator
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