Hitec Robotics MA-VIN
Von B. Kainka
Die Firma Multiplex hat mit dem Ma-Vin einen Roboter auf den Markt gebracht, den man sich einmal genauer ansehen sollte. Es handelt sich um ein Fahrmodell mit zwei Motoren und zahlreichen Sensoren. Gab es so was noch schon mal bei Lego oder beim Assuro? Sicher, aber hier ist einiges etwas anders gelöst.
Auf der Platine arbeitet ein ATmega128. Ein zweiter AVR-Controller übernimmt die Aufgabe eines Onboard-Programmiergeräts. Man programmiert grundsätzlich über den USB und eine USB-Bridge auf der Platine. Keine Tricks, kein Infrarot, eine völlig problemlose ISP-Schnittstelle.
Der Mega64 steuert zwei Motortreiber für den rechten und den linken Getriebemotor. Außerdem hat man insgesamt sechs IR-Sensoren, drei nach unten, drei zu den Seiten und nach vorn. Der Roboter kann damit eine Spur verfolgen oder Hindernisse erkennen. Auch fest verdrahtet auf dem Board gibt es ein Mikrofon als Schallsensor.
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Fünf Steckplätze mit jeweils zehn Anschlüssen dienen zur Aufnahme zusätzlicher Sensoren oder Ausgabeelemente. Das Foto zeigt auf den Steckplätzen 1 bis 3 ein LED-Modul, einen Berührungssensor und einen Infrarotempfänger für eine zugehörige IR-Fernsteuerung.
Das Set enthält auch noch eine Siebensegmentanzeige, einen Piepser, einen Lautsprecher, einen Lichtsensor, ein einzeiliges LCD und ein Modul mit drei Schaltern.
Ma-Vin Grafische Programmierung
Der Roboter ist mit der grafischen Programmiersoftware extrem einfach zu bedienen. Man hat zwar nur eingeschränkte Möglichkeiten, weil z.B. keine Variablen vorhanden sind. Dafür aber kann ein Kind ab 10 Jahren schon nach einer Stunde ein eigenes Programm entwickeln.
Normalerweise hat ein erfahrener Programmierer größere Probleme, sich in die grafische Programmierung hinein zu finden, während Kinder und Jugendliche offener für neue Ansätze sind. Ich habe die ersten Schritte zusammen mit meiner Tochter unternommen. Vier Augen sehen mehr als zwei, deshalb hatten wir nach etwa einer Stunde alles im Griff und konnten die ersten einfachen Programme entwickeln.
Hier ein einfaches mitgeliefertes Programmbeispiel: Ein Programm befindet sich zwischen den Blöcken START und END. Im einfachsten Fall steht dazwischen nur ein Befehl. Hier ist es ein LED-Kommando. Was genau passiert sieht man nicht an dem Symbol sondern an den Parametern unten rechts. Das Modul soll an die Position 1 gesteckt werden. Der übergebene Wert ist „LED4 ON" bzw. der Wert 8. Die vierte LED wird also eingeschaltet aber nicht mehr ausgeschaltet. Mit END bleibt sie an. Man kann nun den Roboter ausschalten und wieder einschalten. Die vierte LED geht jeweils an.
Nun kommt ein erstes eigenes Programm. Der Berührungssensor am Steckplatz 2 soll die LED 1 am Steckplatz 1 schalten. Hier wird eine Widerholschleife benötigt. Wenn der Touch-Sensor den Wert True liefert, wird die LED eingeschaltet. Die LED rechts hat entsprechend den Parameter „alle aus". Beide Befehle führen auf die REPAET-Schleife. Bei jedem Durchgang wird also neu abgefragt, ob jemand den Sensor berührt.
Nach dem Kompilieren überträgt man das übersetzte Programm mit Tool/Download.
Ein Klick auf die Download-Schaltfläche überträgt das Programm. Und es funktioniert wie gewünscht. Wenn man auf die Sensorfläche fasst, geht LED 1 an.

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