LED: Nutzen, Anwendungen, Projekte
Fahrrad-Rücklicht mit Reaktiv-Modus
Mit ein paar kleinen, feinen Umbauten wird aus einem günstigen aber schwachen Fahrrad-Rücklicht eine weithin sichtbarar Strahler der mehr Sicherheit und Aufmerksamkeit bietet.
von Martin Müller
Letztens gab es beim Discounter eine LED-Fahradbeleuchtung. Während die Frontlampe einen ganz guten Eindruck macht, so ist das batteriebetriebene Rücklicht insgsamt nicht wirklich überzeugend.
Fünf recht helle LEDs werden mittels eines kleinen Tastschalters eingeschaltet und nehmen bei 3 Volt Versorgungsspannung satte 130 mA auf. Da kann man leicht überschlagen wie lange oder besser wie kurz die zum Betrieb vorgesehenen zwei AAA-Zellen durchhalten werden.
Noch dazu lassen sich die besagten LEDs lediglich ein- bzw. ausschalten. Auch wenn es natürlich nicht konform mit der StVZO ist, so kann man doch etwas mehr Aufmerksamkeit durch den einen oder anderen Blinkmodus oder gar den Reakiv-Modus erreichen. Und dabei sinkt die Stromaufnahme sogar in den Bereich von ca. 5 bis 15 mA.
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Zunächst einmal habe ich mich zur Verwendung (noch hellerer?) LEDs entschieden. Bei Pollin gibt es für wenig Geld im Zehnerpack unter der Bestellnummer 120437 rote, superhelle (13000 mcd) LEDs. Für die vorgestellte Modifikation werden davon 3 Stück benötigt. Wahrscheinlich kann man aber auch mit gutem Erfolg die vorhandenen LEDs weiterverwenden.
Angesteuert werden die LEDs von einem Tiny 13, der vorhandene Tastschalter wird an der selben Stelle durch einen geeigneten Taster ersetzt. Die verwendeten Schutzwiderstände sind ebenso wie die verbauten Kondensatoren in SMD-Ausführung gewählt und befinden sich auf der Kupferseite der passgenau bearbeiteten Punktrasterplatine.
Der Schaltplan des modifizierten Rücklichts gestaltet sich auch denkbar einfach.
Der Taster an Pin 6 wird u.a. dazu benutzt den Tiny, dessen Taktrate auf 128 Khz gefused ist, mittels INT0 aus dem Powerdown-Modus zu erwecken. Bei jeder erneuten Betätigung des Tasters (die Abfrage erfolgt immer am Ende des jeweiligen „Blinkzyklus") wird in das nächste „Programm" umgeschaltet, bis man erneut im Powerdown-Modus angekommen ist.
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- Powerdown
- Mittlere LED leuchtet
- Mittlere LED blinkt
- Alle LEDs leuchten
- Alle LEDs blinken
- Beide äußeren LEDs blinken zweimal auf, dann einmalig die mittlere
- Reaktiv-Modus
- Powerdown
Erwähnenswert ist noch, dass die LEDs, wenn eingeschaltet, in einer Art Software-PWM betrieben werden. Dies senkt zum einen die Stromaufnahme drastisch, und verringert mögliche Schäden beim versehentlichen, direkten Hineinschauen in die Lichtquelle.
Der bei diesem Rücklicht realisierte Reaktiv-Modus ist eine Anleihe aus der Geocaching-Szene.
In der hier vorgestellten Umsetzung leuchtet die mittlere LED ständig. Etwa einmal pro Sekunde wird sie für wenige Millisekunden ausgeschaltet. Dann misst die an Pin 7 angeschlossene LED quasi als Fotoelement via A/D-Wandler die Umgebungshelligkeit. Ist dieser gemessene Wert um einen bestimmten (im Programm einstellbaren) Betrag höher als der Wert der vorherigen Messung (weil z.B. besagte LED von einem Autoscheinwerfer angestrahlt wird) werden alle drei LEDs für ca. 10 Sekunden angeschaltet.
Das Gerät in Aktion:
Das Projekt als Download
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