Elektronik - Grundlagen - Akkus
NiMH Akkus: der bequemere Weg
Selbstverständlich fragten wir uns, ob die Original-Lithium-Zellen des Notebook-Akkus unbedingt gegen neue Lithium-Akkus ausgetauscht werden müssen. Wichtig ist schließlich nur, dass genügend Energie bereitgestellt wird, um den Rechner zum Laufen zu bringen. Dazu würden sich grundsätzlich auch NiMH-Akkus anbieten.
von Dieter Schulz
Diese haben aber nur ein Drittel der Li-Ion- oder Li-Po-Zellenspannung, daher werden mehrere Zellen benötigt, um zur erforderlichen Nennspannung zu gelangen. Übliche Mignonzellen sind deutlich kleiner als die originalen im Akku eingebauten Li-Ion-Rundzellen. Um zu ergründen, wie viele NiMH-Mignonakkus in das Gehäuse passen, legen wir einfach so viele in eine der beiden Halbschalen hinein, wie Platz haben.
Mit zwölf von ihnen würde eine Gesamtspannung von 14,4 V erreicht werden, was im Vergleich zu den originalen 14,8 V innerhalb tolerierbarer Grenzen liegt. Die Zellen lassen sich im Gehäuse bequem unterbringen. Sogar eine 13. Zelle könnte man noch vorsehen, mit der man die Spannung auf 15,6 V anheben könnte. Würde damit der Rechner mit zu hoher Spannung betrieben werden?
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Wohl kaum, denn sein Netzteil gibt sogar 19,8 V aus. Damit zeigt sich, dass ein Notebook kein bestimmtes Spannungsniveau benötigt, um zu funktionieren. Wenn sich die Spannung innerhalb der von Akku und Netzteil vorgegebenen Grenzen bewegt, kann eigentlich nichts schiefgehen.
Vorteile von NiMH-Akkus
NiMH-Akkus haben sogar mehrere Vorteile. Sie zeigen sich im Betrieb weitaus unempfindlicher als Lithium-Akkus. Außerdem sind sie unproblematischer zu laden. Da bei ihnen die Balancer-Leitungen vom Pluspol jeder Zelle entfallen, braucht man sie nur bequem in Serie zu schalten. Ein Plus- und ein Minusanschluss reichen aus.
NiMH-Akkus überzeugen außerdem durch ihre hohe Energiedichte. Zellen mit einer Kapazität von 2.700 mAh sind allgemein üblich, womit sich die Kapazität gegenüber Li-Po-Zellen um rund 30 % steigern lässt. Damit sind längere Rechnerbetriebszeiten realisierbar.
Einschränkungen mit NiMH
Auch mit NiMH-Zellen bestückte Notebook-Akkublöcke dürfen im Rechner ausschließlich entladen werden. Das in modernen Modellen eingebaute Ladeteil ist schließlich für Lithium-Akkus ausgelegt und stellt zum Laden von NiMH-Zellen eine weitaus zu hohe Spannung bereit, die sie nicht unbeschadet überstehen würden. Damit muss auch der NiMH-Akkublock mit einem externen Ladegerät aufgetankt werden.
Um zu vermeiden, dass die NiMH-Zellen die vom PC gelieferte Ladespannung erreichen, ist auch hier eine kleine Schaltung vorzusehen. Sie beschränkt sich auf Dioden, die den Strom nur in eine Richtung passieren lassen. Sie sind an den Hauptkontakten, über die der PC Strom aus dem Akku entnimmt, einzubauen. Die weiteren Balancer-Klemmen bleiben im Akku unbeschaltet.
Laden des NiMH-Akkublocks
Um den NiMH-Akkublock laden zu können, sind zwei weitere Buchsen, je eine für Plus und Minus, ins Akkugehäuse einzubauen.
Der Plus- und der Minusanschluss sind zu den Original-Notebook-Kontakten parallel zu schalten. Sie dienen ausschließlich dazu, den Akku an ein Ladegerät anzuschließen.
Dazu ist der Akku aus dem Notebook zu nehmen.
Da die NiMH-Zellen im Gehäuse eingebaut bleiben, können sie nicht mit einem üblichen Haushaltsladegerät geladen werden.
Auch hier muss man zu Geräten aus dem Modellbau zurückgreifen, an die jeder Akku per Kabel anzudocken ist. RC-Universalladegeräte lassen sich auf die zu ladenden Akkus programmieren. Daher sind sie wesentlich umfangreicher einsetzbar als viele durchaus teurere Haushaltsladegeräte.
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