Flüssigkristall-Filterscheibe
von B. Kainka
Bei Conrad gab es einen preiswerten USB HUB mit Bilderrahmen und Licht. Den hat mir ein Freund mitgebracht. Wir dachten zuerst, da muss ein kleines Display drin stecken, in das man über den USB ein Bild laden kann. Aber tatsächlich war es ein einfacher Bilderrahmen, in den man Foto oder ein Dia stecken soll. Dahinter liegt eine LED-Beleuchtung. Man kann auch einen Merkzettel reinlegen, der dann immer gut sichtbar ist.
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Alles gut und schön, aber der Bilderrahmen wird abwechselnd hell und wieder dunkel, völlig abträglich für jede Art von konzentrierter Arbeit. Jetzt könnte man denken, die LED-Beleuchtung wird periodisch abgeschaltet. Weit gefehlt, der Effekt entsteht durch eine besondere Frontscheibe, offensichtlich eine Flüssigkristall-Filterscheibe. Das musste genauer untersucht werden. Aufgeschraubt, nachgemessen: Die Scheibe hat zwei Anschlüsse und wird mit einer Gleichspannung von 5 V gesteuert. Das ist ungewöhnlich, andere LCDs benötigen immer eine Wechselspannung. Man kann auch eine Batterie mit 9 V verwenden. Die Scheibe verdunkelt sich. Einmal aufgeladen hält die Ladung einige Zeit, d.h. die Scheibe verhält sich wie ein Kondensator.
Ein Test bei Durchsicht:
Und bei Abdunklung...
Und was macht man jetzt damit? Ich habe erst mal alles wieder zusammengebaut, aber die Anschlüsse der Filterscheibe nicht wieder angelötet. Jetzt habe ich zumindest einen USB-HUB, der nicht nervt, was will man mehr. Und die Scheibe läuft ja nicht weg. Wenn mal irgendwo Licht gesteuert werden muss, damit geht es jedenfalls. Und außerdem ist die Scheibe insgesamt auch ein Polarisationsfilter. Gut für Angler: Durch den Filter kann man besser ins Wasser schauen, was die Fische so machen.
Literatur: Das große Elektronik-Praktiker-Buch
Dezember 09: LCD-Schlüsselanhänger
Bei meinem Besuch in China habe ich diese Schlüsselanhänger gefunden. Die eingelegten Bilder werden mit einer LCD-Filterscheibe blinkend abgedunkelt, und das ganz ohne Batterie mit einer Solarzelle. Das funktioniert sogar bei schwachem Licht. Eigentlich hat diese Erfindung alles, was die Menschheit braucht, es blinkt, es ist völlig sinnfrei und dabei noch umweltfreundlich mit Solarantrieb. Bisher habe ich diese Teile noch nicht in Deutschland gesehen, aber lange kann es jedenfalls nicht mehr dauern.
Hinter dem Snoopy befindet sich eine Platine mit einem vergossenen IC. Zwei Anschlüsse von der Solarzelle, zwei zum LCD, das ist alles. Das IC muss eine Art Blinkschaltung sein.
Den kleinen Panda steuert ein anderes IC im SMD-Transistorgehäuse mit nur drei Anschlüssen. In diesem Fall konnte ich alles mit den Oszilloskop nachmessen. Die neunzellige Solarzelle liefert ca. 5 V. Es gibt einen gemeinsamen Masseanschluss, einen Plusanschluss und einen Blinkausgang zum LCD. Ein Test zeigte, das IC kann auch eine LED mit mehreren mA treiben.

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